Einloggen, um private Nachrichten zu lesen 
Benutzername: Passwort:   
  Christliche-Teestube (Forum.)
  Hier sind verschiedene aktuelle Themen.
Index  FAQ  Suchen  Mitgliederliste  Benutzergruppen  Profil  Registrieren

     Intro     Portal     Index     
Kann man Gott beweissen ???
Gehe zu:  
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Christliche-Teestube (Forum.) Foren-Übersicht » Erlebt - Erlebnisse mit Gott
Autor Nachricht
Golf_Variant



Offline

Anmeldedatum: 03.07.2006
Beiträge: 4211
Wohnort: Niedersachsen.
BeitragVerfasst am: Di Nov 18, 2008 3:12 am Antworten mit Zitat

Kann man die Existenz Gottes beweisen?

von Rainer Gross

Frage von NN:
"Wie kann ich jemand, der alles soweit glaubt, Gott beweisen, da er Sicherheit möchte? Gibt es Gott und wie kann ich merken, dass es Gott gibt? Woher soll ich wissen, dass er wirklich existiert?"

Die Suche nach Beweisen

Die Frage, ob Gott beweisbar sei und wie man Gewissheit von seiner Existenz bekommen könne, ist eine für unsere Zeit charakteristische Frage. Durch die moderne Naturwissenschaft, die Aufklärung und die zunehmende Geheimnislosigkeit unserer Welt genügt die besondere Gewissheit, die der Glaube gibt, offenbar nicht mehr.

Aber auch schon früher haben sich Philosophen Gedanken darüber gemacht, ob Gott nicht beweisbar sei. Alle Anstrengungen gehen aber am Kern der Sache vorbei. Denn wenn wir Gott, wie er sich in der Bibel offenbart, glauben, müssen wir mit einem Liedvers von Jochen Klepper feststellen: "Gott will im Dunkel wohnen" (1.Könige 8,12). Der Mensch kann Gott in seiner ganzen Wirklichkeit nicht sehen, ohne vernichtet zu werden (2.Mose 33,20; Johannes 1,18). Die Gotteserscheinungen im Alten Testament (Theophanien) sind immer verhüllte Erscheinungsweisen Gottes (Dornstrauch, Gewitter, Mann am Jabbok etc.). Der Grund ist die Sündhaftigkeit des Menschen; als gefallene Geschöpfe, für die Gott von Natur aus der Feind ihrer selbsternannten Unabhängigkeit ist, sind wir nicht mehr in der Lage, Gott und seine Wirklichkeit in irgendeiner Form wahrzunehmen. Gott ist und bleibt transzendent: Er übersteigt unsere Wirklichkeit.

(1) Beweisbarkeit Gottes?
Beweisbarkeit ist nun ein Begriff der modernen Naturwissenschaft. Im strengen Sinne beweisbar sind nur mathematische und logische Aussagen; im weiteren Sinn sind es durch Experimente nachprüfbare Aussagen, die dann eine bestimmte naturwissenschaftliche Theorie als richtig oder falsch erweisen. Richtig meint hier: die Beobachtungen werden angemessen erklärt; das gilt immer nur vorläufig, da durch eine einzige abweichende Beobachtung die Theorie "kippen" kann.

Der Beweis in den historischen Wissenschaften liegt noch einmal auf einer anderen Ebene; hier gelten als Belege historische Befunde in Form von Dokumenten, Zeugenaussagen, aber auch archäologischen Fundgegenständen. Beweis könnte hier heißen: Eine Auslegung der historischen Situation ist durch bestimmte, im Sinne dieser Auslegung bedeutungsvolle Befunde hinreichend wahrscheinlich. Dabei wird aber die Auswahl der Befunde sowie deren Bewertung durch die vorab angezielte Auslegung beeinflusst; umgekehrt kann es keine historische Beobachtung oder Betrachtung geben ohne eine Deutung der Fakten.

Das schönste Beispiel liefern die zahlreichen Fernsehkrimis: Dort geht es meist um Rekonstruktion eines Geschehens - also einer historischen Situation - anhand der vorfindbaren Spuren am Tatort sowie der Aussagen von Zeugen oder Personen, die mit den Beteiligten in Verbindung standen. Besonders deutlich wird im Krimi, wie die Kommissare einen Verdacht - also eine vorgefasste Auslegung - haben müssen, auf die hin sie die gesammelten Spuren und Aussagen prüfen, und deutlich wird auch, wie ein sogenannter Indizienbeweis oft nur eine bestimmte Interpretation der Fakten ist, die sich aufdrängt. In den historischen Wissenschaften spielt die Wahrscheinlichkeit oder Unwahrscheinlichkeit eines Geschehens eine große Rolle bei der Suche nach der historischen "Wahrheit".

Ich hoffe, es ist nun klar geworden, dass der Begriff "Beweis" in Verbindung mit der transzendenten Wirklichkeit Gottes unangemessen ist.

(2) Erfahrbarkeit Gottes
Deshalb kommt die Frage, wie Gott erfahrbar oder erkennbar sei, der Wahrheit näher. Ist uns Gott zunächst also verborgen, so verrät die Bibel, dass sich Gott bereits mehrere Male in verschiedener Form dem Menschen gezeigt, "bewiesen" hat (vgl. Hebräer 1,1). Zeugnisse davon sind die Zehn Gebote, der Tempel und überhaupt die ganze Religion und Geschichte Israels. Weiter gibt sich Gott dem Menschen in der Schöpfung (Römer 1,18-20), ihrer Schönheit und Ordnung, und im Gewissen, in der Sittlichkeit des Menschen (Römer 2,14+15) zu erkennen.

Es ist sicher möglich, dass ein Mensch aufgrund dieser "Beweise" davon überzeugt werden kann, dass es Gott gibt, mehr noch: dass er ein wunderbarer, liebender, aber auch heiliger und ehrfurchtgebietender Gott ist. Diese Form der Gewissheit ist natürlich keine wissenschaftliche, sondern eine existentielle: eine, die den einzelnen Menschen in der ganzen Tiefe seines Lebens, seines Denkens, Fühlens und Wollens betrifft. Dennoch ist es eine Gewissheit, die den Glauben begründen kann.

Hier begeben wir uns von der Ebene der Beweise auf die der Evidenz. Evidenz ist ein philosophischer Begriff und bedeutet: "Selbsteinsichtigkeit". Etwas Evidentes leuchtet uns von sich selbst her ein, ohne dass wir es eigens begründen oder beweisen müssten. Evidenz ist die Weise, wie sich uns z.B. die Realität und die Wahrheit von Gedanken, von moralischen Urteilen, von Schönheit oder intensiven Erlebnissen versichert. Ohne biologisch oder chemisch nachweisen zu müssen, dass es so etwas wie Gewissen, Seele oder Verstand gibt, können wir anhand der Erscheinungen und Auswirkungen dieser "Dinge" selbst gewiss sein, dass sie real sind.

(3) Gott gibt sich zu erkennen
Zugegebenermaßen zeigt sich uns hier noch ein recht allgemeiner Gott, einer, den auch Nichtchristen jeder Art akzeptieren könnten. Gewissheit über den christlichen Gott, den Gott der Bibel, erhalten wir in der einen Offenbarung, die Gott von sich und seiner Liebe gegeben hat: in Jesus Christus.

Jesus Christus ist der letzte, vollkommene und endgültige "Beweis", den Gott nicht nur von seiner Existenz, sondern von seinen Absichten und Plänen gegeben hat. Zugleich erfahren wir dadurch erst die Wahrheit über uns selbst. Durch das Evangelium können wir erkennen, dass zwischen uns und Gott von Natur aus Streit herrscht; Gott und wir sind Gegner. Das gilt es bei allen Fragen nach der Sichtbarkeit oder Erkennbarkeit Gottes zu bedenken: Wir selbst sind es, die Gott unsichtbar, unerkennbar gemacht haben. Es wäre gar nicht seine Aufgabe, sich zu beweisen. Trotzdem wollte er sich uns mitteilen, durch das Dunkel unseres gefallenen Erkenntnisvermögens hindurch, damit wir Sicheres über ihn wissen können. Damit wir ihm glauben können.

Die "Beweiskraft" von Gottes Selbstoffenbarung in Jesus Christus ist zunächst eine historische. Wir haben die Berichte der Bibel als historische Dokumente vorliegen, und ihr historischer Wahrheitswert ist wissenschaftlich durchaus nachprüfenswert. Dann allerdings stellt sich dem, der diese Berichte liest, die Frage, ob er ihnen, unabhängig von ihrer historischen Wahrscheinlichkeit, glaubt. Ob er sich und sein Leben den dortigen Aussagen anvertraut, so, als wären sie direkt von Gott an ihn gerichtet.

Wie ich Gott persönlich erleben kann
Wie hoch ist nun die Beweiskraft eines Glaubensentschlusses? Welche Evidenz hat es, geliebt zu werden? Wie viel Gewissheit erlangt man, wenn man jemandem bedingungslos vertraut? Jesus selbst sagt:

"Wer von euch bereit ist, Gottes Willen zu tun, der wird erkennen, ob dieses Worte von Gott kommen oder ob es meine eigenen Gedanken sind." (Johannes 7,17).

Das heißt: Wenn ich mich ehrlich und entschlossen auf Gott einlasse, wird er sich mir zu erkennen geben. In meinem persönlichen Leben, aber auch, wenn ich die Bibel lese; ich werde ihm im Gebet begegnen, ich werde ihn in meinen Gedanken und Überlegungen treffen, und ich werde sicherlich irgendwann Erlebnisse seiner Nähe haben. Die Erfahrungen, die das gläubige Leben mit Gott bereithält, sind vielfältig und individuell. Sie alle lassen die Gewissheit wachsen und vertiefen, dass es Gott gibt und dass er der ist, der er zu sein behauptet.

Der Glaube als ein Entschluss, den ich mit ganzer Person fasse, als der Entschluss, mich Gott anzuvertrauen, hat seine eigene Evidenz, und ebenso die Wahrheiten, die infolge dessen erfahrbar sind. Gottes Wirklichkeit beweist sich selbst demjenigen, der sich auf die Ebene ihrer Wirksamkeit begibt: in den Glauben.

"Beweise" sind das nicht - Gott sei Dank! Denn beweisen kann ich nur das, was mir in meiner begrenzten Menschenrealität begegnet, und ich kann mich dessen nur wieder mit Mitteln dieser Realität vergewissern. Gottes Anwesenheit aber durchdringt und übersteigt meine Realität, und deshalb ist es der Glaube - ein ganz erstaunliches und wunderbares Vermögen des Menschen, das Gott schenkt -, der den Zugang zur göttlichen Realität ermöglicht. Der Glaube ist es, der mir letztlich die innere Gewissheit gibt, dass die Erfahrungen, die ich mache, tatsächlich das Reden Gottes in meinem Leben sind.

QUELLE:
http://www.nikodemus.net/445?page=-1&thickbox=1&PHPSESSID=1ad1b9582f60c456688a
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
Forenking





Verfasst am: Di Nov 18, 2008 3:12 am



Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Christliche-Teestube (Forum.) Foren-Übersicht » Erlebt - Erlebnisse mit Gott


 
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

phpBB skin developed by: John Olson
Impressum des Forums | Kostenloses Homepage Forum von Forenking.com | Powered by © phpBB Group