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Gottes Verhältnis zum Volk Israel
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Golf_Variant



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Anmeldedatum: 03.07.2006
Beiträge: 4211
Wohnort: Niedersachsen.
BeitragVerfasst am: Fr Okt 23, 2009 10:44 am Antworten mit Zitat

Gottes Verhältnis zum Volk Israel

Wie erfuhr das Volk Israel Gott als Richter, Gesetzgebenden und Liebenden in der Zeit von 1400-600 v. Chr. während seiner Selbstfindung und dem Versuch ein Volk zu werden? (Mareike)

Die Antwort der weiten Frage kann hier nur angerissen und induktiv gegeben werden, d.h. der Beginn des Weges Gottes mit Israel als seinem Volk wird etwas ausführlicher behandelt. Dies ist dann Grundlage für ein daraus allgemein abgeleitetes Prinzip, das über das babylonische Exil, also über das Jahr 600 v. Chr. hinaus gilt.

1. Das Volk Israel erfährt Gott als Liebenden

http://www.life-is-more.at/fragen/gottes_verhaeltnis_zum_volk_israel.htm
Unmittelbar nachdem Gott (Jahwe) Israel aus Ägypten geführt hat, steigt Mose auf den Berg Sinai, wo Gott ihm zu Beginn Folgendes sagt:

„So sollst du zum Haus Jakobs sagen und den Kindern Israels verkündigen: Ihr habt gesehen, was ich an den Ägyptern getan habe, und wie ich euch auf Adlersflügeln getragen und euch zu mir gebracht habe.“ (2. Mose 19,4)

Hier haben wir eine bildliche Kurzfassung des Ausdrucks der Liebe Gottes zu Israel: Gott hat es gleich einer um ihre Jungen besorgten Adlermutter zu sich nach Hause getragen, d.h. aus Ägypten in seine göttliche Gegenwart geführt. Zu diesem Zeitpunkt ist Israel bereits ein großes Volk; nach den Worten jenes Pharaos, der „nichts von Joseph wußte", sogar „zahlreicher und stärker“ als das ägyptische Volk (2. Mose 1,8-9). Darum hat dieser Pharao dann ja die Israeliten so sehr versklavt, dass sie zu Gott um Hilfe riefen und sie von ihm gehört wurden, denn er „gedachte an seinen Bund mit Abraham, Isaak und Jakob. Und Gott sah auf die Kinder Israels, und Gott nahm sich ihrer an.“ (2. Mose 2,24-25). So hat er bereits ein großes Volk, sein Volk, aus Ägypten geführt. Dies hat er im Gedenken an seinen Bund mit Liebe getan.

2. Das Volk Israel erfährt Gott als Gesetzgebenden

Auf dem Sinai übergibt Gott dem Mose und durch ihn Israel sein Gesetz (das hebräische Wort für „Gesetz“ ist „Thora“ und bedeutet u. a. „Weisung“), bestehend aus den Zehn Geboten (2. Mose 20,1-21; 5. Mose 5,2-22), dem zivilen und religiösen Gesetz (2. Mose 20,22-24,11) und dem zeremoniellen Gesetz (24,12-31,1Cool.
Gott offenbart aber auch hier seine Liebe durch die Gabe des Gesetzes. Inwiefern? Er gibt Israel eine Identität, nämlich die des Volkes Gottes, dessen Weisungen sich völlig von den Lebensprinzipien der umliegenden Völker unterscheiden. Er zeigt Israel, wer er ist und wie er denkt, wer Israel ist und dass es Gottes Maßstäben ohne seine Hilfe niemals gerecht werden kann (vgl. Römer 3,19-2Cool. Ferner hat Gottes Gesetz schützende Funktion für Mensch, Volk, Tier und Land und belehrende Funktion bis zum Kommen des Messias (Galater 3,24).

3. Das Volk Israel erfährt Gott als Richter

Nach der Gabe des Gesetzes zieht Israel rund eineinhalb Jahre lang durch die Wüste bis vor die Tore des ihm verheißenen Landes Kanaan in Kades-Barnea. Dort sagt Mose dem Volk:

„Denn der HERR, euer Gott, zieht vor euch her und wird für euch kämpfen, ganz so, wie er es für euch in Ägypten getan hat vor euren Augen, und in der Wüste, wo du gesehen hast, wie der HERR, dein Gott, dich getragen hat, wie ein Mann seinen Sohn trägt, auf dem ganzen Weg, den ihr zurückgelegt habt, bis ihr an diesen Ort gekommen seid.“ (5. Mose 1,30-31)

Hier vernehmen wir wieder die Stimme des liebenden Gottes, der Israel als seinen Sohn ansieht und ihn von Ägypten über Raemses und dem Sinai bis an die Grenze Kanaans trägt. Aber das Volk will dort in Kanaan gar nicht einziehen (5. Mose 1,26), obwohl es das oftmalig ergangene Wort Gottes über die vorzüglichen Qualitäten des Landes, „das von Milch und Honig überfließt“ (mindestens 20 Mal im AT gesagt), kennt. Vielmehr verlangt es nach Kundschaftern, die das Land erst einmal erforschen und darüber berichten sollten (1,21-22) und stellt so die Zusagen Gottes über das gute Land in Frage. Warum? Weil es sich eigentlich nach Ägypten zurücksehnt (1,27).

So verwehrt Gott den Israeliten nach ihrem eigenen Willen den Zutritt nach Kanaan. 40 Jahre insgesamt (40 Tage brauchten die 12 Kundschafter in Kanaan, also für jeden Tag ein Jahr (4. Mose 14,34)) sollte das gesamte Volk, das „sich gegen mich [d.h. gegen Gott] zusammengerottet hat“ in der Wüste „aufgerieben werden, und hier sollen sie sterben“ (4. Mose 14,35). Ihre Kinder aber sollen und dürfen in Kanaan einziehen (14,31).
Damit erfährt Israel Gott als Richter, aber wie gesagt nach dessen eigenem Willen. Gott will sein geliebtes Volk nicht zwingen in Kanaan einzuziehen, also lässt er die 1. Generation in der Wüste sterben, sodass danach der Weg in das verheißene Land für die 2. Generation, d.h. die Kinder der Verstorbenen, frei ist. Dieses Gericht dient also nicht der Vernichtung Israels, sondern zu dessen Errettung, sodass die nächste Generation freiwillig den von Gott bereiteten Weg des Lebens weitergeht.

4. Kreislauf der Liebe

So erkennen wir bereits am Beginn der Geschichte Israels als Volk einen Kreislauf, der sich aus der Liebe Gottes, dem Gesetz und dem errettenden Gericht über Gottes Volk, das nicht hören will, ergibt (wobei die Liebe über Gesetz und Gericht steht): 1. Israel gerät in Not. 2. Es ruft zu Gott um Hilfe. 3. Gott erbarmt sich seines geliebten Volkes und errettet es aus der Not. 4. Gott zeigt Israel durch seine Weisungen den Weg des Lebens, auf dem es gehen soll. 5. Israel ist widerspenstig und will diesen Weg nicht beschreiten. 6. Gott richtet sein Volk, indem er eine Not über es bringt. 7. Israel tut Buße und ruft zu Gott um Hilfe. 8. Gott erbarmt sich seines geliebten Volkes und errettet es aus der Not… Und so führt er Israel über diesem Kreislauf (Not, Hilferuf, Errettung, Wegweisung, Ungehorsam, Gericht-Not, Buße-Hilferuf, Errettung,…) weiter auf dem Weg des Lebens.

5. von Mose über David bis zum babylonischen Exil…

Dieser Kreislauf, der sich von Mose über David bis zum babylonischen Exil (606-536) fortsetzt, wird besonders eindrücklich in Psalm 106 beschrieben. Gegen Ende dieses Psalms heißt es:

„Er errettete sie oftmals; Aber sie widerstrebten ihm mit ihren Plänen,
Und sie sanken immer tiefer durch ihre Ungerechtigkeit.
Aber er sah ihre Not an,
Als er ihr Schreien hörte,
Und er gedachte an seinen Bund mit ihnen
Und empfand Mitleid nach seiner großen Gnade;
Und er ließ sie Barmherzigkeit finden
Bei allen, die sie gefangen hielten.“ (Psalm 106,43-46)

Überhaupt fügt sich dieser Psalm inhaltlich genau in die Situation des babylonischen Exils ein, denn in Vers 41 heißt es:

„Und er gab sie in die Hand der Heidenvölker, Daß ihre Hasser über sie herrschten.“ (vgl. auch Teil b von V 46)

Darum betet am Ende der Autor des Psalms:

„Rette uns, HERR, unser Gott!
Sammle uns aus den Heidenvölkern,
Daß wir deinem heiligen Namen danken
Und uns glücklich preisen, zu deinem Ruhm!“ (Vers 47)

Wie uns die Geschichte lehrt, hat Gott dieses Gebet erhört und den Kreislauf seiner Liebe zu Israel fortgesetzt und in dem Messias Jeschua vollendet.
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Verfasst am: Fr Okt 23, 2009 10:44 am



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