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Christen in China: Gibt es eine Verfolgungswelle?
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Golf_Variant



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Anmeldedatum: 03.07.2006
Beiträge: 4211
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BeitragVerfasst am: Do Mai 29, 2008 9:27 pm Antworten mit Zitat

Gibt es eine „Politik der Christenverfolgung“ in China?
K e l k h e i m / W u p p e r t a l (idea) – Gibt es eine neue Welle der Christenverfolgung in China? Über die Einschätzung der Situation der Christen und der Religionsfreiheit in der Volksrepublik ist es zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen Vertretern von zwei christlichen Organisationen, die vornehmlich mit dem staatlich anerkannten Christenrat zusammenarbeiten, und dem Missionswerk Open Doors gekommen, das vor allem Kontakte zu nicht registrierten Hausgemeinden unterhält.
Die Kritiker werfen Open Doors vor, Halbwahrheiten und Lügen über die Situation in China zu verbreiten. In einem Informationsblatt, das evangelikalen Zeitschriften beilag, habe es den Eindruck einer neuen Christenverfolgungswelle erweckt. Die gebe es nicht, so die Kritiker. Es handelt sich, wie idea erfuhr, um die Organisation China Partner (Boca Raton/US-Bundesstaat Florida) und die Referentin für Evangelisation bei der Vereinten Evangelischen Mission (VEM), Pfarrerin Claudia Währisch-Oblau (Wuppertal). Die China-Expertin arbeitete von 1985 bis 1997 bei der Diakonie-Stiftung Amity in Nanjing und Hongkong. In einem Schreiben an die Deutsche Evangelische Allianz kritisierte sie die Open-Doors-Beilage. Sie könne sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Organisation „bewusst ihre Leser und Spender betrügt“.

Keine „Politik der Christenverfolgung“
Eine neue Verfolgungswelle gebe es ebenso wenig wie eine von Peking gesteuerte „Politik der Christenverfolgung“, sagte Frau Währisch-Oblau gegenüber idea. Das habe sie unter anderem im März bei einem mehrwöchigen China-Besuch auch von Vertretern nicht registrierter Hauskirchen erfahren. Das bedeute nicht, dass es überhaupt keine Diskriminierung oder Verfolgung von Christen gebe. Belästigungen durch die Polizei, über die Open Doors berichte, kämen in der Tat an einzelnen Orten vor; sie seien aber nicht Teil einer politischen Gesamtstrategie. Christen könnten sich auch dagegen wehren. Ferner sei es „eine Halbwahrheit“ zu behaupten, die staatlich anerkannte Drei-Selbst-Kirche setze die Regierung an die erste Stelle vor Christus. Das könne bestenfalls auf einzelne Führungspersonen zutreffen; die Mehrheit in den Gemeinden folge „Christus und niemandem sonst“. Auch stimme es nicht, dass staatlich registrierte Gemeinden ihr Programm der amtlichen Politik anpassten. Tatsächlich unterschieden sich die Gemeinden vor Ort kaum voneinander. Politische Predigten habe sie in China nie gehört.

Es mangelt an christlicher Literatur
Bei der Kontroverse geht es auch um die Versorgung chinesischer Christen geistlichem Schrifttum. Zwar bestätigt Frau Währisch-Oblau, dass es besonders auf dem Land daran mangelt. Besser als Bibeln ins Land zu schmuggeln und dadurch die Empfänger zu gefährden, sei es jedoch, die äußerst produktive Amity-Bibeldruckerei in Nanjing zu unterstützen. Dort seien seit 1986 mehr als 50 Millionen Bibeln hergestellt worden. Durch eine neue Fabrik sei die Kapazität auf 1,2 Millionen im Monat gestiegen. China zähle damit zu einem der größten Bibelproduzenten der Welt.

Open Doors: Es geht um die verfolgte Gemeinde
In einer ausführlichen Stellungnahme wehrt sich der Leiter von Open Doors Deutschland, Markus Rode (Kelkheim bei Frankfurt am Main), gegen die Vorwürfe der Lüge und Halbwahrheiten. Die Kritiker, die Rode namentlich nicht nennt, könnten einen „immensen Vertrauensschaden“ anrichten und Verwirrung stiften. Gegenüber idea betonte er, dass es Open Doors speziell um den Dienst an verfolgten Gemeinden gehe, während sich die Kritiker im Dienst der staatlich anerkannten Kirche sähen. Allein ein Blick auf die Zahlenverhältnisse zeige, dass man die große Mehrheit der Christen, die sich nicht staatlicher Kontrolle unterwerfen wollen, nicht vernachlässigen dürfe. Die Gesamtzahl der Christen in der Volksrepublik wird meist auf rund 80 Millionen geschätzt. Davon repräsentieren die staatlich anerkannte Drei-Selbst-Bewegung und der Chinesische Christenrat nach offiziellen Angaben etwa 18 Millionen. Von den etwa 20 Millionen Katholiken gehören rund sechs Millionen regimetreuen Kirchen an.

Damoklesschwert über nicht registrierten Gemeinden
Über den nicht registrierten Gemeinden hängt, so Rode, ständig ein Damoklesschwert. Weil das Regime ihnen keine Existenzberechtigung zubillige, sondern sie als illegal einstufe, könnten sie nie sicher sein, ob ihre Pastoren und Gemeindemitglieder am nächsten Tag noch geduldet oder festgenommen und drangsaliert, verprügelt, mit Bußgeldern belegt oder zur Umerziehung abgeholt würden. Diese Hausgemeinden hätten in den Augen der Kommunistischen Partei den Anstrich potentieller Konterrevolutionäre. In der nahezu 30-jährigen Arbeit von Open Doors in China mit einheimischen Mitarbeitern vor Ort habe sich immer wieder gezeigt, dass diese anhaltende Christenverfolgung durch das „Willkürregime“ eine Tatsache sei. Sie dürfe nicht verharmlost werden, schreibt Rode. „Genau das ist es, was der kommunistischen Partei in die Arme arbeitet und die nicht registrierten Hauskirchen noch mehr unter Druck setzt.“ Im Vorfeld der Olympischen Spiele gebe es in der Tat eine Verfolgungswelle. Gefährlich sei aber auch „die schleichende Beeinflussung durch die Regierung, besonders von Vertretern der Patriotischen Drei-Selbst-Bewegung, mit denen die Kritiker oft langjährige Partnerschaften pflegen“.

Hinter die Kulissen der Religionsfreiheit schauen
Es gelte, „hinter die Kulissen der ‚Religionsfreiheit’ zu schauen“. Open Doors gehe es nicht, wie Kritiker behaupteten, um Bibelschmuggel, sondern um die Versorgung der nicht registrierten Gemeinden mit Bibeln und anderen christlichen Schriften. Es sei unbestritten, dass es daran mangele und dass die staatlich gesteuerte Bibeldruckerei in Nanjing eine ausreichende Versorgung nicht gewährleisten könne. Das räumten auch Kritiker wie die Organisation „China Partner“ ein. Auf Anforderung der Hauskirchen habe Open Doors im vergangenen Jahr 4,6 Millionen Exemplare christlicher Literatur überwiegend in ländliche und arme Regionen geliefert. Open Doors werde weiter Christen in der freien Welt bitten, für die Familien der inhaftierten Pastoren und der Opfer von Folter und Verfolgung in China und anderen Ländern zu beten und ihnen beizustehen. (Die Stellungnahme von Open Doors im Wortlaut unter www.opendoors-de.org.)

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Verfasst am: Do Mai 29, 2008 9:27 pm



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