Einloggen, um private Nachrichten zu lesen 
Benutzername: Passwort:   
  Christliche-Teestube (Forum.)
  Hier sind verschiedene aktuelle Themen.
Index  FAQ  Suchen  Mitgliederliste  Benutzergruppen  Profil  Registrieren

     Intro     Portal     Index     
Christenverfolgung im Jahr 2008
Gehe zu:  
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Christliche-Teestube (Forum.) Foren-Übersicht » Christenverfolgung und Menschenrechte
Autor Nachricht
Golf_Variant



Offline

Anmeldedatum: 03.07.2006
Beiträge: 4211
Wohnort: Niedersachsen.
BeitragVerfasst am: Di Dez 23, 2008 9:56 pm Antworten mit Zitat

Christenverfolgung im Jahr 2008
Wie sieht Verfolgung eigentlich aus?

Für mehr als 200 Millionen Menschen weltweit bleibt das in der Erklärung der Menschenrechte verankerte Recht auf Gedanken- Gewissens – und Religionsfreiheit ein Traum. Sie werden unterdrückt, bedroht, gefoltert oder getötet, wenn sie ihre Religion wechseln oder öffentlich ausleben. Ungefähr 75 % der Betroffenen sind Christen.
Aber wie sieht Verfolgung in einzelnen Ländern eigentlich konkret aus?

Der Evangelische Arbeitskreis der CDU/CSU (EAK) ist dieser Frage gemeinsam mit der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), der Konferenz Evangelikaler Publizisten (KEP) und dem Evangeliums Rundfunk (ERF) bei einer Veranstaltung am 09.Dezember 2008 unter dem Titel „Christenverfolgung im Jahr 2008“ nachgegangen.

Strategisch wichtig: Nigeria

Das bevölkerungsreichste Land Afrikas besitzt nicht nur ein großes Vorkommen an Erdöl sondern auch eine große Armee. Der Nigerianer Emmanuel Franklyne Ogbunwezeh, Mitglied der IGFM und der Organisation des katholischen Institutes für Entwicklung und Gerechtigkeit ist deswegen überzeugt: Wer in Nigeria die Macht hat, hat sie auch in ganz Afrika. Aus seiner Sicht ist es deswegen kein Wunder, dass fundamental islamische Kräfte seit 1999 die Islamisierung des Landes vorantreiben.

In den zwölf nördlichen Bundesländern wurde bereits die Scharia eingeführt – und das, obwohl dort auch viele Christen leben. Für den Alltag dieser Menschen hat das spürbare Folgen: Frauen müssen ein Kopftuch tragen und dürfen nicht mehr ohne einen männlichen Verwandten unterwegs sein, Kirchen werden niedergebrannt, Menschen verlieren ihr Leben. Die nigerianischen Christen in diesem Bereich des Landes sind rechtlos geworden.

Vor den Toren Europas: Türkei

Das Gebiet der heutigen Türkei hat eine lange christliche Tradition. Schon früh gab es hier christliche Gemeinden und noch um das Jahr 1915 gehörten etwa 25% der Bevölkerung dem christlichen Glauben an. Heute sind es nur noch 0,03 Prozent und das trotz der betont laizistischen Ausrichtung der türkischen Republik, die 1923 gegründet wurde. Angefangen hat die Verfolgung bereits 1915 mit dem Völkermord an den Armeniern, aber auch in den 50ern und 70ern des 20. Jahrhunderts kam es immer wieder zu Pogromen, Unterdrückung und Vertreibung von Anhängern des christlichen Glaubens.

Auch heute ist das nach Aussagen von Alkan Sabri, Mitglied der IGFM und assyrischer Christ, spürbar: Theologische Seminare der orthodoxen Kirche werden geschlossen, andere christliche Gruppierungen wie die Aramäer konnten bis heute nie offiziell einen theologischen Unterricht in Kirchen oder Klöstern besuchen. Daneben nimmt die Zahl der Übergriffe und Ermordung auf Priestern und christliche Leiter zu.

Laut Sabri, der ebenfalls Vorsitzender der Vorsitzende der Assyrisch-Demokratischen Organisation (ADO) ist, versuche die Türkei nach außen zwar zu zeigen, dass sie liberal sei. Die Gesetzgebung im Land ändere sich dahingehend aber nur sehr wenig. Seiner Meinung nach hat die Islamisierung im Land zugenommen – wie generell in allen islamischen Ländern.

Verfolgten Christen zu helfen, ist nach Walter Flick (IGFM) gar nicht so schwer: Schon ein einfacher Brief an die Gefangenen oder auch den Präsidenten des jeweiligen Landes kann Großes bewirken.Bei rund 30% der „Gefangenen des Monats“ verbessern sich aufgrund der Briefflut die Haftbedingungen. 2008 kamen drei der zwölf ausgewählten Inhaftierten durch den so entstandenen Druck sogar frei.
Hoffen auf Schutzzone: Irak

Alkan Sabri hat auch die Christen im Irak im Blick – im Oktober hat er das Land zusammen mit anderen Vertretern von IGFM besucht. Nach seinen Angaben sind 40% der irakischen Flüchtlinge, die seit dem Sturz Sadam Husseins in Jordanien Zuflucht gesucht haben, Christen. Es ist die Angst, die die Menschen aus ihrem Heimatland vertreibt: Ein hoher Anteil der Intellektuellen und Professoren im Land sind Christen und haben dadurch auch Kontakt zu Amerikanern. Eine Tatsache, die sie in den Augen viele Landsleute zu Feinden macht.

Eigentlich würden sie aber gerne im Irak bleiben. Sie hoffen darauf, dass im Land eine Schutzzone für sie eingerichtet wird und dass sich die EU stärker für sie einsetzt. Denn, so Sabri: „Die Christen im Irak haben oft das Gefühl, dass der Westen sie vergessen hat.“

Subtiler Druck: Zentralasien

In Ländern wie Kirgistan und Usbekistan geht die Verfolgung in erster Linie nicht vom Staat aus – auch wenn sich die Religionsgesetze verschärfen. Oft ist es die Familie, die hier den größten Druck auf einen Konvertiten ausübt. Sie hindert ihn daran, selbst zu entscheiden, welcher Religion er angehören will. Aber auch der Druck und die ungerechte Behandlung von staatlicher Seite nehmen zu.

Willi Epp, zuständig für die Arbeit von ERF in Zentralasien, berichtete über einen dort inhaftierten Pastor: Da man ihm nichts vorwerfen konnte, was eine Verhaftung rechtfertigte, habe man ihm Drogen untergeschmuggelt.

In Kirgisistan wurde ein neues Religionsgesetz eingeführt, das auf den ersten Blick harmlos wirkt, aber viele christliche Gemeinden Epp zufolge dazu zwingt, in den Untergrund abzutauchen. Denn eine offizielle Erlaubnis zur Gründung einer Gemeinde wird erst gegeben, wenn 200 Mitglieder vorgewiesen werden können. Außerdem werden Christen körperlich misshandelt, indem sie geschlagen werden. Christliche Literatur wird verbrannt.

Verfolgung nimmt neues Ausmaß an: Indien

Die Aktion „Gefangener des Monats“ ist ein Projekt der IGFM und der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Unter Gefangene des Monats finden Sie die aktuellen Profile der Inhaftierten. Auch Musterbriefe und Schreibtipps für Appelle stehen zum Download bereit.

Wolfgang Baake, Geschäftsführer der KEP, hat sich intensiv mit der Situation der Christen in dem Subkontinent beschäftigt. Zwar ist die Verfolgung in Indien lokal, aber das traurige Beispiel von Orissa greift auch auf andere Bundesstaaten über. Baake: „Es geht dabei nicht nur um Morde, sondern auch darum, dass Frauen und Kinder vergewaltigt und danach geächtet werden.“

Kirchen und Wohnhäuser werden verwüstet, 50.000 Menschen sind nach Augenzeugenberichten auf der Flucht und haben ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Wer als Christ zu Weihnachten eine Kerze anzündet, wird der missionarischen Tätigkeit bezichtigt und bedroht. Kein Wunder, dass sich die Christen in Orissa in dieser Situation vogelfrei fühlen und panische Angst haben. Die lokale Regierung schaut tatenlos zu.

Einen Lichtblick in dieser Hinsicht weiß Dr. Thorsten Grahn, Leiter der internationalen Projekte des ERF, zu berichten: Der Leiter von Trans – World – Radio in Orissa war selbst nicht zuhause, als der Mob durch die Straßen zog und Christen aus den Häusern zehrte. Hinduistische Nachbarn stellten sich vor seine Frau und Kinder, so dass diesen nichts geschah. „Viele sehnen sich nach Frieden – unabhängig von der Religion“, ist Dr. Grahn überzeugt.

Beten und aktiv werden: Europa

Trotz unterschiedlicher Ausgangssituationen sieht die Lage für die Betroffenen in vielen Ländern letztlich ähnlich aus. Und noch etwas anderes wurde während der Veranstaltung deutlich: Die verfolgten Christen wünschen sich sehr, dass sie von Christen im Westen nicht vergessen werden! Zwei praktische Hilfsmaßnahmen wurden dabei von nahezu allen Rednern erwähnt: Gebet und politisches Eintreten für die Verfolgten.

Autor: Hanna Keller
http://www.erf.de/3177-542-2720-Artikel.html
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
Forenking





Verfasst am: Di Dez 23, 2008 9:56 pm



Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Christliche-Teestube (Forum.) Foren-Übersicht » Christenverfolgung und Menschenrechte


 
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

phpBB skin developed by: John Olson
Impressum des Forums | Datenschutz | Kostenloses Homepage Forum von Forenking.com | Powered by © phpBB Group