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Die Angst fliegt schneller als Raketen
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Golf_Variant



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Anmeldedatum: 03.07.2006
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Wohnort: Niedersachsen.
BeitragVerfasst am: So Jan 04, 2009 6:49 am Antworten mit Zitat

Berlin

Die Angst fliegt schneller als Raketen

Hier steht BILD am Sonntag-Reporter Timo Friedmann in einer israelischen Polizeistation. In den Händen hält er eine der Kassam-Raketen, mit denen die Hamas Israel seit Jahren terrorisiert. Seine Reportage führte ihn auch in das Haus seiner Schwester Nitza, auf deren Grundstück auch schon eine solche Rakete einschlug
BamS-Reporter Timo Friedmann in einer israelischen PolizeistationBamS-Reporter Timo Friedmann (36) in der Polizeistation im israelischen Sderot. Die Trümmer von Raketen der Hamas werden dort gesammelt.
Zeva Adom, Zeva Adom („Alarmstufe Rot“). Diese Worte lassen mein Herz rasen. Zeva Adom: Wirf dich auf den Boden, egal wo du bist. Renn zum nächsten Bunker, wenn du ihn erreichen kannst. Achtung, du wirst beschossen.

Zeva Adom. Von der Warnung bis zum Einschlag bleiben oft nur 15 Sekunden. Ich bin in Ashkelon, einer israelischen Großstadt (100000 Einwohner) 25 Kilometer von Gaza entfernt. Seit Mittwoch habe ich den Alarm schon über 30-mal gehört, immer gefolgt vom Einschlag einer Rakete.

Seit acht Jahren beschießt die Hamas Israel mit Raketen und Mörsergranaten. 3258 Geschosse waren es allein 2008. Acht Israelis starben im vergangenen Jahr durch Raketenangriffe, knapp 60 wurden verletzt. Dass es nicht mehr Opfer gibt, liegt an den Schutzmaßnahmen der Israelis. Fast jedes Haus hat einen Bunkerraum. Doch vor der Angst schützt auch kein Bunker.

Ich spüre diese Angst bei jedem Schritt. Ashkelon ist wie ausgestorben. Die Straßen sind leer, die meisten Geschäfte bleiben geschlossen, ebenso Schulen und Kindergärten. Die Krankenhäuser haben so viele Patienten wie möglich in weiter nördlich gelegene, sicherere Kliniken verlegt.

Die Israelis sind kriegserprobt. Im Libanonkrieg vor zwei Jahren stand der Norden unter Beschuss und viele zogen nach Süden. Jetzt ist es umgekehrt. Doch manche wollen nicht vor den Raketen flüchten. So wie meine Schwester Nitza. Sie lebt in Gea, einem kleinen Dorf ganz in der Nähe von Ashkelon. Seit 23 Jahren schon. „Der Raketenbeschuss wird nie aufhören“, fürchtet sie, denkt aber trotzdem nicht ans Weggehen: „Ich bleibe, weil das mein Zuhause ist!“

Yoram Ben-Zeev
Wollen Gaza nicht
zurückerobern
Krieg im
Heiligen LandMeine Schwester war selbst in der israelischen Armee. Sie kennt den Krieg und den Terror. Ihre Angst konnte sie immer verbergen. Vor mir, vor ihren Kindern, vielleicht auch vor sich. Als die Bevölkerung während des ersten Irak-Kriegs Gasmasken tragen musste, hat sie daraus eine Party gemacht. „Alle trugen Gasmasken, alle mussten lachen“, erzählt sie. Ich weiß nicht, woher sie diese Kraft nimmt.

Am Donnerstag schlugen in Gea wieder zwei Raketen ein. Vor ein paar Monaten explodierte eine Rakete direkt in der Auffahrt zu Nitzas Haus. Ohne Alarm, ohne Warnung. Bumms, riss sie ein Loch in den Weg.

Die neuen Raketen der Hamas fliegen zielgenauer und weiter als früher. Die Terroristen verfügen jetzt über professionell gefertigte Raketen. Sie werden durch die Tunnelanlagen von Rafah nach Gaza geschmuggelt. Fast eine Million Israelis lebt in ständiger Gefahr, beschossen zu werden.

Im Gazastreifen sollen in der letzten Woche mehr als 420 Menschen durch die israelischen Luftangriffe getötet worden sein. Die Bilder sind schrecklich. Dennoch: Die Israelis versuchen, die Zahl der zivilen Opfer so gering wie möglich zu halten. Die Hamas versucht, die Zahl der zivilen Opfer so hoch wie möglich zu treiben. Das ist der Unterschied.

Israels Armee sagt, sie warne vor jedem Angriff auf ein Ziel der Hamas die Bewohner der umliegenden Häuser mit Telefonanrufen. Mit Lasertechnik werden die Ziele markiert. Die Piloten der Kampfjets feuern die Bomben dann exakt auf die vorgegebene Stelle. Trotzdem sterben Unschuldige.

„Die stärkste Waffe der Hamas sind Bilder von toten Zivilisten“, sagt Dr. Michael Armoni. Er ist Kinderarzt im leeren Barzilai-Hospital in Ashkelon. Nur im geschützten Keller gibt es eine kleine Notfallstation. Hier liegen drei Kinder, die so krank sind, dass sie nicht verlegt werden konnten. Die Zwillinge Bay und Dor aus Israel und Otman aus Gaza. Zusammen mit seiner Mutter Manaan kam er schon vor über zehn Tagen hierher, noch bevor die Operation „Gegossenes Blei“ begann.

Ich frage Manaan, was sie denkt, was sie fühlt. Die junge Palästinenserin hat Angst, etwas Falsches zu sagen. In Gaza wird mit „Verrätern“ kurzer Prozess gemacht. Sie sagt nur so viel: Sie will „Frieden“. Frieden für ihre fünf Kinder, für alle Kinder. Neben ihr läuft ein Fernseher und zeigt die aktuellsten Einschläge. Zeva Adom.

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Verfasst am: So Jan 04, 2009 6:49 am



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