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Kantone lassen erfolgreiche Jugendarbeit auf Grund laufen
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Golf_Variant



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Anmeldedatum: 03.07.2006
Beiträge: 4211
Wohnort: Niedersachsen.
BeitragVerfasst am: Fr Nov 09, 2007 6:41 pm Antworten mit Zitat

Die Arbeit auf den Schiffen war zwölf Jahre lang erfolgreich, bis sich die IVSE querstellte.

Das Jugendheim Sternen in Bern verkauft seine Erziehungsschiffe. Die Arbeit auf den Schiffen hat sich über zwölf Jahre bewährt. Da Beamte kein Interesse hatten, die Arbeit zu unterstützen, steht sie vor dem totalen Aus. Die Schiffe wurden Ende Oktober aus dem Wasser geholt und warten jetzt in Hamburg auf einen Käufer.

Die Geschichte ist unglaublich, aber wahr. Zwei Schiffe gehen unter und keinen interessiert es: Das Jugendheim Sternen verkauft seine beiden Erziehungsschiffe „Ruach“ und „Salomon“, die in der Karibik und im Mittelmeer liegen. Grund: Die Interkantonale Vereinbarung Sozialer Einrichtungen (IVSE) weigert sich, ihnen schwererziehbare Jugendliche aufs Schiff zu schicken.

Ein Anruf auf dem Amt IVSE Basel bei René Broder fällt frustrierend aus. Er teilt geradeheraus mit, dass er mit den Schiffen des Jugendheim Sternen absolut nichts zu tun habe. Auf die Frage, weshalb ihn die Schiffsarbeit nicht interessiere, meint er, das gehöre nicht in seinen Aufgabenbereich. Die IVSE sei ausschliesslich für die Finanzen, das heisst für die Restdefizite der Heime zuständig.

Nachforschungen im Internet zeigen aber, dass Herr Broder selbst in einem Vortrag der IVSE erklärt hat, die Regionalkonferenzen der IVSE stimmten die Angebote an Heimeinrichtungen ab. Am Telefon erklärt er weiter, dass es absolut keine Ansprechperson für das Thema Jugendschiffe des Jugendheims Sternen im Atlantik gebe.

Nicht unbegründet spricht das Jugendheim Sternen in seiner Medienmitteilung davon, dass die IVSE ihre zehnjährige erfolgreiche Arbeit bremse. Seit Januar 2006 hat die IVSE kein einziges Mal mit dem Jugendheim gesprochen. Ausserdem weigert sie sich, einen Termin mit dem Gründer und Leiter des Jugendheimes, Hansulrich Birenstihl, zu finden.

René Broder von der IVSE Basel meint, dass es der IVSE nicht möglich sei, die Schiffe in der Karibik und im Mittelmeer zu besuchen, weil das einen erhöhten Aufwand fordern würde, und sein Zuständigkeitsbereich dies nicht zulasse. Ausserdem stünden die Schiffe unter ausländischem Territorialrecht und haben mit dem Schweizerischen Rechtsgrundlagen nichts zu tun. Hier liegt wohl der Haken. Seit der „Foltercampaffäre“ in Spanien im April 2006 kamen auch andere Schweizer Institutionen im Ausland in Verruf. Der IVSE kommt dies gelegen.

Auf der anderen Seite stehen dreissig verwahrloste Jugendlichen, die aus schwierigsten familiären Verhältnissen auf einem der zwei Jugendschiffen für einige Monate eine Heimat finden, regelmässig unterrichtet werden und nebenbei noch eine Seemannsausbildung machen können. Acht von zehn Jugendlichen finden im Sternen einen Weg zurück in die Gesellschaft, was einer hohen Erfolgsquote entspricht. Das Jugendheim orientiert sich an biblischen Werten.

Sogar die Universität Zürich hat die hohe Erfolgsquote in einer längeren Studie bestätigt. Lukas König (Name geändert) zum Beispiel kam mit siebzehn Jahren verwahrlost auf das Schiff und erlebt eine sehr gute Zeit. Nach insgesamt zwei Jahren konnte er in eine Lehre als Bäcker entlassen werden und eine eigene Wohnung beziehen. Er erzählt: „Ich habe während der Ausbildung regelmässig Anrufe vom Sternen bekommen. Sie fragten, wie es mir geht. Ausserdem habe ich die Betreuer regelmässig besucht. Wir haben auch heute noch Kontakt.“

Birenstihl hingegen ist wütend. „Wenn wir wenigstens eine ewiggestrige Institution wären, die keinen Erfolg hätte, könnte man ja nichts sagen. Aber wir hatten ständig Anfragen von Sozialarbeitern und Eltern, ob die Jugendlichen bei uns platziert werden könnten.“

Hier scheitert eine zwölfjährige sinnvolle Arbeit an der Bürokratie, da ist sich Birenstihl sicher. Ausserdem moniert er, dass nach der Einführung des IVSE im Januar 2006 den Sozialarbeitern immer mehr die Hände gebunden sind.

Der Initiator kann nicht verstehen, dass die IVSE eine langjährige Arbeit einfach ignoriert und die Jugendlichen eher in psychiatrische Kliniken einweisen lässt. Und das mit höherem Aufwand: Der Tag in der Klinik kostet rund 1000 Franken, während das Schiff dreimal günstiger ist.

Mehr zum Thema
www.jugendheimsternen.ch

Autor: Iris Muhl
Quelle: Livenet.ch
Datum: 09.11.2007
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Verfasst am: Fr Nov 09, 2007 6:41 pm



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