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Schabbatlesungen
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Anmeldedatum: 03.07.2006
Beiträge: 4211
Wohnort: Niedersachsen.
BeitragVerfasst am: Sa Okt 17, 2009 4:19 pm Antworten mit Zitat

Schabbatlesungen

Bereshit – Im Anfang 1. Mose 1,1-6,8.
Prophetenlesung: 1. Samuel 20,18-42.

Kommentar:
Mit den Worten „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde“ beginnt das Schreiben Gottes an die Menschen. Auch beginnt die jährliche Thoralesung erneut von vorn. Die Rabbiner sagen hier, jedes Jahr wird der Gläubige neu mit Neuem aus dem selben Text von Gott erleuchtert und inspiriert. Ich füge hinzu, der Mensch ist auch jedes zusätzliche Jahr auf einer anderen geistlichen Stufe in seinem Glaubensleben mit Gott, heute sind ihm eben andere Sachen wichtiger (und markiert sie gelb in der Schrift) oder anderes spricht das Herz an, was man im vorigem Jahr gar nicht so berücksichtigt und daher überlesen hatte. Darum sollte man nie in Bezug auf Gottes Wort sagen: „Das habe ich ja schon ’mal gelesen!“

Wißt Ihr, nehme man jeden 50. Buchstaben im hebräischen (Ur)text, angefangen im ersten Vers, im ersten Kapitel und im ersten Buch den Buchstaben "tav", erhält man die vier Buchstaben des hebräischen Wortes "Thora", das für die fünf Bücher Mose steht. Übrigens, Thora bedeutet genau "Wegweisung (Gottes)" und nicht wie üblich als "Gesetz" übersetzt wird!!

Die Thora fängt mit dem Buchstaben "beth" an und endet mit einem "lamed", was wiederum das hebräische Wort "Lew" ergibt, was Herz bedeutet. Ja, man soll sich die Thora ans Herz schreiben, wie es einmal – laut Jeremia 31 – für ganz Israel sein wird, und heute durch das Opfer des Messias Jeschua die "Beschneidung des Herzes" Zugang hat. So wurde auch das Herz der Schwerpunkt der Thora.

In unserer Parascha, dem Schabbatabschnitt, geht es um die Schöpfung der Welt bis hin zur Zeit Noahs. Innerhalb von knapp sechs Kapiteln bündeln sich über 1500 Jahre! In dieser Zeitspanne lebten zehn Generation von Adam bis Noah. Was für eine kurze Berichterstattung für eine lange Zeit des Geschehens!

Eins muss uns jedoch im Schöpfungskapitel 1 auffallen, wie kommt es, dass es vom ersten Tag an Licht war, Gott jedoch erst am vierten Tag die Sonne und den Mond schuf? Es war das Licht und die Herrlichkeit Gottes, die schien, und so wird es wieder in der Endzeit geschehen.

Übrigens, der Name des ersten Menschen und der heutige Begriff für Mensch, Adam, stamm von dem hebräischem Wort „Adama“ was für Erde steht – „da bildet Gott, der HERR, den Menschen (adam), aus Staub vom Erdboden (adama)...“ (Vers 2,7)

In unsere Parascha (Wochenabschnitt) finden wir nicht nur den ersten sterblichen Menschen sondern auch den ersten Entrückten: Hennoch (eigentlich "hannoch", was "einweihen" bedeutet - denn er war es hier der den Begriff der großen künftigen Entrückung einweihte)!! Das biblische Wort für "entrücken" was zum ersten Mal in unserer Parascha erwähnt wird heisst "lakach" (1. Mose 5,24), was sonst als "nehmen" benutzt wird. Interessant, das Alter von Hennoch war 365 Jahre, genau die Zahl der Tage eines Jahres!!

Hier in unserer Parascha begegnen wir schon Satan (Schlange), aber auch dessen Ende!!! Wir lesen in 1. Mose 3,15 was hinterher in Offenbarung 12,9 bestätigt wird: „Und es wurde geworfen der große Drache, die alte Schlange, der Teufel und Satan genannt wird, der den ganzen Erdkreis verführt...“
Die Verlockung und verführerische Versuchung des Teufels (bis heute bietet er uns den sündvollen giftige Frucht an. Wie die verführerische Wege der Hure in Sprüche 7 aber ihre Wege „führen zum Scheol hinab zu den Kammern des Todes“).

Man verspricht uns den Himmel wie man sagt, so tat es die Schlange, sie versprach ihnen „wie Gott zu sein“ (Vers 5).

Am dritten Schöpfungstag fällt auf, dass dort zweimal „Und es ward gut“ steht. Das wird so erklärt: Weil an diesem Tag das Trockene (Erde) und das Meer sowie die Samen der Frucht erschaffen worden sind. Darum wurde es ein Begriff im Volksmund unter den Juden, dass alles Dritte „doppel-gut“ ist (hebr. „pa’amaim ki tov!“). Aus diesem Grund wird auch bevorzugt am „dritten Tag“ der Woche zu heiraten für die Frau ein „gut“ und für den Mann ein „gut“!

Der Mensch wurde als letztes geschaffen, am sechsten Tag, danach ruhte Gott „von all seinen Werken“. Auffallend jedoch ist, dass Gott den sechsten Schöpfungstag nicht wie bei der Erschaffung seiner anderen Werke mit „Und es ward gut“ abschloss! Oft wird gelehrt, dass Gott nach der Erschaffung des Menschen gesagt hat „Und es ward sehr gut!“. Diesen Satz hat Gott jedoch nicht direkt nach der Erschaffung des Menschen gesprochen, sondern erst, als er ALLES ansah, was Er gemacht hatte (1.Mose 1,31).
Die Juden legen das so aus: Dem Menschen gab Gott die freie Wahl, Ihm zu folgen oder gegen Ihn zu rebellieren (weder man ist für Ihn oder gegen Ihn!! D.h. es gibt kein dazwischen!), d.h. gut oder böse zu sein. Es liegt also in unseren Händen, ob am Ende Gott sagen kann: „Und es ward gut!“

Die ersten drei Verse im zweiten Kapitel sind der Schabbatspruch vor dem Wein- und Brotsegen, in denen die Heiligung und die Ruhe des siebten Tag zum Ausdruck kommt.

Dann lesen wir von der perfekten Gemeinschaft, die der Mensch mit seinem Schöpfer im Garten Eden (Gan Eden) hatte, die einzige Aufgabe des ersten Menschen war die Namensgebung der Tiere. Was für ein Job!

Doch dann, als Adam warscheinlich gerade dabei war, die Tierpaare zu benennen, sah Gott: „Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei!“
So schuf Er aus Adams Rippe die Frau. Danach aber kam die Versuchung, und die Sünde kam in die Welt und Schamloses wurde zu Scham. Adam und Eva versteckten sich hinter einem Baum, Jeschua dagegen, das sündenfreie Lamm Gottes, hing jedoch offen entblößt – nackt – VOR dem Baum (dem Kreuz)!!!

Habt Ihr euch mal gefragt, warum man nicht den Namen der Frucht, die zu Sünde führte, bekannt gab? Die Christen sprechen zwar von dem Apfel (interessant, New Yorks Symbol "the Big Apple"), doch dies ist nicht biblisch. Der Grund laut Rabbinern weshalb kein spezielle Frucht erwähnt wird, wäre, damit kein "Schandmal/Brandmal" über diese Frucht steht und Menschen sie nicht essen würden, da sie bis heute verflucht sei!

Jüdische Weisen sagen, dass die Frucht am „Baum des Erkenntnis des Bösen und Guten“ entweder Trauben, Feigen oder die Sukkot-Zitrusfrucht Etrog gewesen sein könnte.

Ende Kapitel 2 lesen wir von dem wichtigsten Dreier-Prinzip der Ehe: 1) Vater und Mutter zu verlassen; 2) seiner Frau anhängen („dawak“, der hebräische Begriff für „kleben“) und 3) zu einem Fleisch werden. Das heisst wörtlich, wie es in anderen Bibelstellen bestätigt wird, der Mann soll seine Frau mehr und mehr kennenlernen, das ist seine Lebensaufgabe. Dies bedeutet wahre Liebe a la Bibel – die nicht immer eine Sache von Gefühlen ist!

In Kapitel 4 lesen wir vom ersten Mord in der Weltgeschichte, der nur aus reinem Neid gegenüber dem eigenen Bruder geschah. So wurde Neid der Urgrund und die Wurzel jedes Mordens und allen Übels.

Eine Erklärung, warum die ersten Menschen hunderte von Jahre gelebt haben (Beispiel: Methusalem wurde 969 Jahre), bezieht sich darauf, damit sie den nachfolgenden Generationen noch aus erster Hand alles erzählen und Wichtiges weitergeben konnten, so dass es dann später niedergeschrieben werden konnte. Viele erklären sich die lange Lebenszeit mit gesundem Essen. Die eben erwähnte Auslegung meint aber, dass Gott die wenigen Gerechten mit Absicht so lange am Leben erhielt, weil mehr und mehr die Sünde sowie bösartige Menschen die Erde bevölkerten.

- Michael Schneider -
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Verfasst am: Sa Okt 17, 2009 4:19 pm



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