Einloggen, um private Nachrichten zu lesen 
Benutzername: Passwort:   
  Christliche-Teestube (Forum.)
  Hier sind verschiedene aktuelle Themen.
Index  FAQ  Suchen  Mitgliederliste  Benutzergruppen  Profil  Registrieren

     Intro     Portal     Index     
Psychoanalytiker verrückt den historischen Jesus
Gehe zu:  
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Christliche-Teestube (Forum.) Foren-Übersicht » Jesus
Autor Nachricht
Golf_Variant



Offline

Anmeldedatum: 03.07.2006
Beiträge: 4211
Wohnort: Niedersachsen.
BeitragVerfasst am: Fr Okt 30, 2009 6:41 am Antworten mit Zitat

Zum nachfolgenden Artikel sei vorweg gesagt.
Wer Jesus Christus, so wie Er in der Bibel beschrieben von ganzen Herzen sucht, wird ihn finden.
Da bedarf es keine "Verschönerung" von irgendwelchen Mensschen.

******************************************************

Psychoanalytiker verrückt den historischen Jesus

(67) Von Alan Posener 29. Oktober 2009, 09:22 Uhr
Wie war er denn nun, dieser Jesus von Nazareth? Gleich drei neue Bücher beschäftigen sich mit der Suche nach ihm. Der Psychologe Christoph Türcke wagt beispielsweise eine Psychoanalyse des Neuen Testaments. Dabei geht er dummerweise vor wie Joseph Ratzinger.

Heinrich Heine erzählte von einem Hamburger Christen, "der sich nie darüber zufrieden geben konnte, dass unser Herr Heiland von Geburt ein Jude war. Ein tiefer Unmut ergriff ihn jedesmal, wenn er sich eingestehen musste, dass der Mann, der, ein Muster der Vollkommenheit, die höchste Verehrung verdiente, dennoch zur Sippschaft jener ungeschneuzten Langnasen gehörte, die er so auf der Straße als Trödler herumhausieren sieht" - heute würden wir vielleicht sagen: die im Gemüsehandel tätig sind.

Nicht nur vielen Christen, auch den meisten Juden war diese Wahrheit lange fatal, wie Walter Homolka in seinem lesenswerten Büchlein über "Jesus von Nazareth im Spiegel jüdischer Forschung" darstellt.

Im "Toldot Jeschu", einer antichristlichen Underground-Schrift, die in allen jüdischen Parallelgesellschaften des Mittelalters zirkulierte, wird Jesus als unehelich empfangener Sohn eines Legionärs namens "Pantera" dargestellt. (Die jüdische Schmählegende wurde von den nazifreundlichen "Deutschen Christen" in umgekehrter Absicht aufgegriffen, nämlich um Jesus wenigsten väterlicherseits als "Arier" darstellen zu können.)

Im Zuge der Aufklärung wurde christlicherseits versucht, unter dem Schutt des Mythos den "historischen Jesus" zu finden. Und dieser historische Jesus war Rabbiner in der jüdischen, speziell der pharisäischen Tradition. Für aufgeklärte Juden schien dieser Jesus ein Ende der Diskriminierung zu verheißen.

Der Rabbiner Homolka, Rektor des Abraham Geiger Kollegs und Autor zahlreicher Bücher - darunter mit Hans Küng: "Weltethos aus den Quellen des Judentums" - verfolgt die Geschichte dieses christlich-jüdischen Dialogs über den historischen Jesus bis zum Jesus-Buch Joseph Ratzingers, mit dem das Gespräch abrupt abgebrochen worden ist.

Denn Ratzinger erklärt die Suche nach dem historischen Jesus von vornherein für sinnlos. Jesus könne man nur "vom Glauben her" - und das heißt: von den Lehren der Kirche her - verstehen. Wenn der historische - also jüdische - Jesus diesen Lehren
widerspricht, umso schlimmer für ihn.

Auf welch dünnem Eis sich die Kirche dabei bewegt, zeigt Gerd Lüdemann mit seinem Buch über "Die ersten drei Jahre Christentum". Der Professor für Geschichte und Literatur des frühen Christentums in Göttingen setzt damit sein Projekt fort, das Historische im Neuen Testament vom Mythischen zu scheiden.

Hier geht es um die Zeit zwischen der Kreuzigung Jesu und der Bekehrung des Paulus, wie sie uns vor allem in der Apostelgeschichte des Lukas überliefert wird. Lüdemann findet dort wenig Historisches, viel Mythisches. Und so bleiben gerade jene Jahre weiterhin im Dunkeln, in denen aus der jüdischen Sekte der Jesus-Anhänger die weltumspannende Kirche wurde, die der römische Bürger Paulus imaginierte.

Oder halluzinierte. Der Philosoph Christoph Türcke behandelt das Neue Testament als eine Art Traumerzählung; erst durch eine Psychoanalyse des Textes werde das eigentlich Gemeinte sichtbar. Das krankt wie jede Psychoanalyse daran, dass immer herauskommt, was der Analytiker will. Türcke will die Geschichte eines Traumas erzählen: Weil Jesus vom geliebten Johannes dem Täufer, seinem geistig-geistlichen Vater, verstoßen worden sei, habe er eine "Obsession" entwickelt, den Täufer zu übertrumpfen und das Reich Gottes herbeizuzwingen.

Ein typischer "Beweis" sieht so aus: Der Evangelist Johannes spricht von einem Lieblingsjünger, der er selbst sein soll, Das sei, so Türcke, "ein historisch ganz unglaubhaftes Konstrukt". Aber "man muss es nur ein klein wenig verrücken, und schon schießt historische Wahrheit daraus hervor": nämlich dass der "Lieblingsjünger Johannes" eine "Deckerinnerung" sei. Und zwar dafür, dass Jesus einst "der Lieblingsjünger des Johannes" gewesen sei - des Täufers.

Nun ja. Man muss jeden Text ja nur "ein wenig verrücken", und daraus "schießt hervor", was man ohnehin weiß. Türcke geht nicht anders vor als Ratzinger: der Glaube - bei Türcke an die Dogmen der freudschen, bei Ratzinger an die der augustinischen Kirche - geht aller Recherche voraus. So landet Türcke am Ende - das würde Heines antisemitischem Christen gefallen - bei einem Jesus, der antikapitalistisch und antijüdisch ist: eine altbekannte, fatale Verbindung.

http;//www.welt.de
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
Forenking





Verfasst am: Fr Okt 30, 2009 6:41 am



Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Christliche-Teestube (Forum.) Foren-Übersicht » Jesus


 
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

phpBB skin developed by: John Olson
Impressum des Forums | Datenschutz | Kostenloses Homepage Forum von Forenking.com | Powered by © phpBB Group