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LKA-Ermittler warnt vor Hells Angels in Hannover
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Golf_Variant



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Anmeldedatum: 03.07.2006
Beiträge: 4211
Wohnort: Niedersachsen.
BeitragVerfasst am: Do Nov 05, 2009 7:42 pm Antworten mit Zitat

Nachfolgender Artikel der Hannoverschen Allgemeinen ist schon älter
aber doch erwähnenswert.
Auch WIKIPEDIA berichtet über die Hells Angel.
http://de.wikipedia.org/wiki/Hells_Angels
********************************************************

26.06.2009 20:38 Uhr

Rocker-Szene
LKA-Ermittler warnt vor Hells Angels in Hannover
Wenn Volker Kluwe über die Hells Angels in Hannover spricht, formuliert er seine Sätze mit leiser, ruhiger Stimme. Doch was der Leitende Kriminaldirektor beim Landeskriminalamt (LKA) zu sagen hat, sollte Politiker und Geschäftsleute in der Stadt aufhorchen lassen

Hells Angels beim Europatreffen Eurorun 2008 in Hannover.

© Ralf Decker
„Was die Hells Angels aus dem Steintorviertel gemacht haben, ist nicht rein zufällig passiert, sondern war von Anfang so gewollt.“

Der Party-Plan ist aufgegangen. In knapp zehn Jahren haben die Rocker um ihren Chef Frank Hanebuth aus dem schmuddeligen Rotlichtbezirk eine Amüsiermeile mit schicken Bars und Eventgastronomien gemacht, die fast ausschließlich von den Höllenengeln kontrolliert wird. Von Leuten also, die, wie Kluwe sagt, grundsätzlich „eine hohe Neigung zu Gewaltbereitschaft und zu Straftaten“ an den Tag legen. Allein in Volker Kluwes Abteilung kümmern sich acht Sonderermittler rund um die Uhr um die Rockerkriminalität und beobachten somit auch die Geschäfte der Hells Angels in Hannover: „Wie alle Gruppierungen, die der organisierten Kriminalität zugerechnet werden, sind die HellsAngels bis heute konsequent einem Drei-Phasen-Modell gefolgt.“

In der ersten Phase demonstrierten sie ihre Macht und ihre Überlegenheit. In der zweiten Entwicklungsstufe versuchten sie, sich langsam in einem Gebiet zu etablieren. „Wir gehen davon aus, dass in Hannover jetzt Phase drei begonnen hat“, sagt der LKA-Beamte. Die Rocker wagten den Schritt in die Welt der Wirtschaft, kauften über Strohmänner Immobilien, betreiben Sicherheitsunternehmen oder Veranstaltungsorganisationen. Sogar eigene Bier-, Schnaps- und Zigarettenmarken haben die Höllenengel auf den Markt geworfen. Die Produkte tragen alle die Zahl 81 im Logo. Die Ziffern stehen für die entsprechenden Buchstaben im Alphabet: HA, also Hells Angels.

Die Sonderermittler beobachten diese Entwicklung mit großer Sorge. „Für uns wird es dadurch immer schwerer, ihnen Straftaten nachzuweisen“, sagt Volker Kluwe. Selbst wenn sie von einem Vorfall erfahren, sogar mögliche Opfer oder Zeugen finden – niemand sagt gegenüber der Polizei auch nur ein Wort. Zu groß ist die Angst vor dem langen Arm der Höllenengel. „Ein Hells Angel muss heute nicht mehr zuschlagen. Er muss nur seine Kutte überziehen, und jeder weiß Bescheid“, sagt Volker Kluwe.

Innerhalb der Rockerszene gilt das Steintorviertel inzwischen als Paradebeispiel dafür, wie der Schritt in die Wirtschaft und damit in die Legalität am besten gelingen kann. Kluwe: „In anderen Städten kontrollieren die Hells Angels auch den Rotlichtbereich. Aber Hannover ist ein ganzes Stück weiter.“ Der Einfluss der Rocker zwischen Reuter- und Reitwallstraße reicht bis in die kleinsten Details. So bestimmen sie zum Beispiel, dass Gäste auf der gesamten Partymeile lediglich Bierflaschen der Marken „Beck’s“ und „Support 81“, dem Bier der Hells Angels, mit in die Klubs nehmen dürfen.

Die neuen Geschäftsinteressen der Männer um Frank Hanebuth sind ihnen offenbar so wichtig, dass sie sich sogar mit ihren ärgsten Feinden vom Motorradklub der „Bandidos“ an einen Tisch gesetzt haben. „Wir gehen davon aus, dass es Gespräche gegeben hat“, erläutert Kluwe. Auffällig ist in der Tat: Während in anderen Bundesländern ein zum Teil erbitterter Krieg um Gebietsansprüche zwischen den Rockern tobt, ist es in Niedersachsen in den vergangenen Jahren verhältnismäßig ruhig geblieben. „Es ist schlecht fürs Geschäft, wenn die Medien immer wieder von Übergriffen berichten“, meint Kluwe.

Inzwischen strecken die Motorradrocker ihre Fühler auch immer stärker in die Region aus. In Garbsen betreiben sie ein Sportstudio und einen Tattoo-Shop. In Neustadt am Rübenberge gab es in den vergangenen Wochen Wirbel nach der Neueröffnung eines Tätowierstudios in der Leinestraße. Der neue Betreiber des Geschäfts gehört nach Erkenntnissen der Polizei zu den Hells Angels. Das Studio mit dem Namen „Tattoo your only desire“ wirbt ebenfalls mit der Zahl 81, der Kennziffer der Hells Angels, um Kunden.

Doch auch über die Grenzen Niedersachsens hinaus ist der Rat von Frank Hanebuth und seinen Leuten immer mehr gefragt. „Der Präsident des Charters Hannover wird in fast jede bundesweite strategische Entscheidung der Hells Angels einbezogen“, so Kluwe. Auch eines der wichtigen Ämter des Deutschland-Klubs der Rocker wird von einem Hannoveraner besetzt: Der Schatzmeister der hannoverschen Höllenengel regelt auch die Finanzen seiner Bundesbrüder.

[Tobias Morchner]

26.06.2009 20:42 Uhr

Stichwort
Das sind die Hells Angels
Nach Schätzungen des LKA gehören in Hannover etwa 40 Personen zum harten Kern der Hells Angels. Der Klub wurde im November 1999 gegründet.

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Zuvor hatte es einen Rockerkrieg gegeben, der schließlich damit endete, dass die hannoversche Gruppe Bones zu den Hells Angels überwechselte. „Präsident“ der Bones war damals Frank Hanebuth. Er wurde mit dem Übertritt der Chef der Höllenengel in der Leinestadt. Ihm gehören heute mehrere Bordellbetriebe am Steintor. Außerdem betreibt er die Sicherheitsfirma „Bodyguard Security“, deren Mitarbeiter an den Eingängen fast aller Kneipen und Klubs am Steintor stehen. Hanebuth wurde im Jahr 2001 zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt, weil er einem anderen Klubmitglied Kiefer und Nasenbein zertrümmert hatte.

Ursprünglich entstand die Rockergruppe Hells Angels 1948 in den USA. Aus einer Gruppe von Veteranen des Zweiten Weltkriegs und Harley-Davidson-Liebhabern entwickelte sich eine straff organisierte, weltweite Vereinigung. Die Rocker sollen nach Polizeischätzungen bundesweit in 32 Klubs mehr als 1000 Mitglieder haben. 1983 wurden die Hells Angels Hamburg genau wie später auch der Düsseldorfer Zusammenschluss als kriminelle Vereinigung verboten. Mitglieder der Hells Angels sind weltweit immer wieder wegen Drogenhandels, Körperverletzung und Zuhälterei verurteilt worden.

[Tobias Morchner]
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Verfasst am: Do Nov 05, 2009 7:42 pm



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