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Glaube in der Öffentlichkeit – Gefahr oder Segen?
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Golf_Variant



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Anmeldedatum: 03.07.2006
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BeitragVerfasst am: Do Nov 12, 2009 6:24 pm Antworten mit Zitat

Glaube in der Öffentlichkeit – Gefahr oder Segen?

In der ETH Zürich wurde darüber diskutiert, welche Rolle der Glaube in der Öffentlichkeit haben soll.

Die Antwort auf das Thema des Abends wurde erst am Schluss angesprochen. Doch zuvor fand eine interessante apologetische Debatte statt. Die Vereinigten Bibelgruppen hatten am Dienstag Christen und Religionskritiker zu einem Podium an die ETH Zürich eingeladen.
Zum zweiten Mal innert acht Tagen stellten sich die Vereinigten Bibelgruppen Kritikern echter oder vermeintlicher missionarischer Aktivitäten in Schule und Öffentlichkeit. Nachdem sich ein Podium in Bern am 2. November der Kritik an frommen Lehrern gewidmet hatte, weiteten die Organisatoren des Podiums an der ETH die Fragestellung aus: «Glaube in der Öffentlichkeit - Gefahr oder Segen?» Die Diskussion führte in eine spannende Debatte über Gründe für oder gegen den christlichen Glauben.

«Problematische Denkmuster»
Der Psychologe Jürg Frick, Dozent an der Pädagogischen Hochschule Zürich, kritisiert die Bibel, weil sie «höchst problematische Denk- und Handlungsmuster» enthalte. Auf dem Podium führte er dazu die Geschichte der (Nicht)Opferung Isaaks durch seinen Vater Abraham ins Feld. Es handle sich um eine Angst machende Geschichte, und es sei bedenklich, dass sie in Kinderbibeln erscheine.

«Gerade diese Geschichte enthält aber eine wichtige Botschaft», wandte der Religionswissenschaftler Georg Schmid ein. Sie sage nämlich aus, dass der Gott Abrahams keine Menschenopfer wollte - im Gegensatz zur damaligen Umwelt, in der oft der erstgeborene Sohn den Göttern geopfert wurde.

Wilf Gasser hatte die Geschichte als Kind schon gehört. Sie habe ihn nicht verwirrt. Entscheidend sei die Atmosphäre der Liebe und Vergebung gewesen, in der er ihm die erst im letzten Augenblick abgewendete «Opferung Isaaks» bekannt gemacht worden sei.

«Wenn wir die evangelikalen Lehrer nicht mehr in der Schule hätten, wäre das ein grosser Schaden»: Georg Schmid.

Für den bekennenden Atheisten Jürg Frick sind bereits Plakate mit der Bibelstelle «Vertraue auf Gott und nicht auf Menschen» gefährlich, weil sie sensiblen Menschen suggerierten, dass Menschen nicht vertrauenswürdig seien.

Schwierige Trennung?
Für den «Atheisten» Frick ist klar, dass religiöse Praktiken nicht in die Schule gehören, weder das Christentum noch ein missionarischer Atheismus. Die Schule erfordere die strikte Trennung zwischen der religiösen Überzeugung und den Inhalten des Lehrplans. Dies auseinanderzuhalten, falle missionarischen Freikirchlern viel schwerer als Reformierten oder Katholiken. Freikirchler fühlten sich nämlich «in jeder Sekunde ihres Bewusstseins» als Christen.

Er habe überhaupt kein Problem, als frommer Mittelschullehrer zu unterrichten, ohne über seinen Glauben zu reden, erwiderte VBG-Studienleiter Felix Ruther. Als Christ bete er für eine schwierige Klasse und bitte Gott, dass er die Schüler lieben könne. Persönliche Fragen beantworte er, wenn er danach gefragt werde.

Auch für Wilf Gasser, Pastor und Präsident der Schweizerischen Evangelischen Allianz, war es schon in seiner früheren Tätigkeit als Psychiater klar, dass die Therapie nicht mit dem Glauben vermischt werden durfte. Wichtig in der therapeutischen Arbeit seien für ihn Werte wie Zuversicht, Ermutigung und Wertschätzung gewesen. Wenn Menschen jeweils über Glaubensfragen reden wollten, seien sie aber an ihn verwiesen worden, sagte Gasser.

Hugo Stamm kritisierte, Freikirchen setzten die Gläubigen unter Druck, sich im Alltag missionarisch zu verhalten. Wer auch noch über die Hölle und den Satan predige, schaffe eine Klima der Angst, donnerte Stamm. Solche Gemeinden behinderten die Entwicklung von Menschen zu Bürgern einer gerechten, offenen Welt. Solche Menschen entfremdeten sich von der Welt.

Wenn fromme Lehrer fehlten ...

«Bringt mir einen Gott, den ich spüren kann – adäquat als Mensch – dann wäre ich bereit zu glauben»: Hugo Stamm.

«Solche Leute wären kaum tragbar für den Lehrerberuf aber ich habe auch keine solchen dort angetroffen», entgegnete Georg Schmid. Evangelikale seien meistens gute Lehrpersonen, die schon viel Erfahrungen mit Kindern aufwiesen und ein Ja zu den Kindern hätten. «Wenn wir die evangelikalen Lehrer nicht mehr in der Schule hätten, wäre das ein grosser Schaden», betonte Schmid. Wesentlich gefährlicher für die Schule seien esoterisch beeinflusste Lehrkräfte, so der Religionswissenschafter. Die Esoterik lasse die Grenzen zwischen spekulativem Glauben und Wissen verschwimmen.

«Bringt mir einen Gott, den ich spüren kann - adäquat als Mensch - dann wäre ich bereit zu glauben», forderte Stamm die Gegenseite heraus. Je mehr Lebenserfahrungen er mache, desto weiter rücke Gott weg.

Georg Schmid erinnerte darauf den Sportler Stamm an den «Flash», den er sicher als Surfer auch schon gemacht habe. Es sei unsachgemäss, jede Erfahrung und Emotion nur rational erklären zu wollen: «Was ich von Gott spüre, hat immer eine irdische Seite.» Wilf Gasser forderte Stamm auf zu akzeptieren, dass Menschen ihre Erfahrung auch anders als nur rational deuten dürften.

Frick forderte dagegen das Publikum auf, demütig zu erkennen, dass wir im Universum nicht mehr als ein «denkendes Staubkorn» sind, bescheidene Wesen in einem beschränkten Körper ...

«Das tönt wie ein Psalm», entgegnete dazu der Theologe Georg Schmid. Himmel und Erde seien oft nahe beisammen. Er erinnerte an das «Halleluja» von Händel. Man könne diesen Lobgesang rein physikalisch interpretieren - oder aber darin die Grösse Gottes erleben.

Glaube - Gefahr oder Segen?
Ob Glaube in der Öffentlichkeit nun als Gefahr oder Segen zu werten sei, erinnerte Moderatorin Ladina Spiess die Runde an die ursprüngliche Fragestellung.

Die Diskussion, organisiert von den Vereinigten Bibelgruppen, stiess auf reges Interesse.

«Eine Problem entstehe, wenn er andern übergestülpt werden solle, meinte Ruther. Die Gesellschaft würde aber einen Verlust erleiden, wenn nur noch eine reduktionistische Sicht dominieren würde. Dann wären Ethik und Moral massiv gefährdet. Auch Menschen ohne festen Glauben könnten sehr wohl ethisch handeln, wandte Stamm ein. Die Frommen sollten von ihrer elitären Haltung abrücken.

«Wir brauchen Menschen, die vom Ewigen berührt werden», entgegnete Schmid. «Das sind starke Menschen, die sich geliebt fühlen, sich andern annehmen und ihren Beruf als Berufung leben können!»

Webseite: http://www.evbg.ch

Autor: Fritz Imhof
http://www.jesus.ch
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Verfasst am: Do Nov 12, 2009 6:24 pm



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