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Kreuzige ihn, kreuzige ihn !!!
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Golf_Variant



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BeitragVerfasst am: Do März 25, 2010 7:05 pm Antworten mit Zitat

Christus kam nicht hoch zu Ross, sondern auf einem Esel. - Kommentar zum Evangelium vom Palmsonntag von P. Dr. Bernhard Sirch

Innsbruck (kath.net)
C - Palmsonntag. Ev. Lk 19, 28-40 Erzabtei Beuron Schott

Am Palmsonntag gibt es den Brauch der Palmsonntagprozession. Besonders im Mittelalter wurde der Einzug Jesu in Jerusalem feierlich begangen, indem man einen lebendigen Esel mitführte. Schon früh wurde der lebendige Esel durch einen aus Holz geschnitzten ersetzt.

Für die Palmprozession werden Palmzweige feierlich gesegnet: "Allmächtiger, ewiger Gott, segne diese Zweige, die Zeichen des Lebens und des Sieges, mit denen wir Christus, unserem König, huldigen..." Anschließend wird das Evangelium vom Einzug des Herrn in Jerusalem verkündet. Im Lesejahr C trifft der Einzug Jesu in Jerusalem aus dem Lukas-Evangelium (Lk 19, 28-40), der sich von den übrigen Synoptikern (Mt 21,1-9; Mk 11,1-10) nur geringfügig unterscheidet.

Der Sondertext bei Lukas ist: "39Da riefen ihm einige Pharisäer aus der Menge zu: Meister, bring deine Jünger zum Schweigen! 40Er erwiderte: Ich sage euch: Wenn sie schweigen, werden die Steine schreien". Unmittelbar davor sind wir hineingenommen in die Freude der Jünger: "Alle Jünger begannen freudig und mit lauter Stimme Gott zu loben wegen all der Wundertaten, die sie erlebt hatten. 38Sie riefen: Gesegnet sei der König, der kommt im Namen des Herrn. Im Himmel Friede und Herrlichkeit in der Höhe!". In diese Freude brechen die Pharisäer ein. Nur ein paar Tage später war Jesus vor dem Richterstuhl des Pilatus und die Menge mit den Pharisäern "21 schrien: Kreuzige ihn, kreuzige ihn! ...23 Sie aber schrien und forderten immer lauter, er solle Jesus kreuzigen lassen, und mit ihrem Geschrei setzten sie sich durch (Lk 23, 21.23)"; so hören wir in der anschließenden Leidensgeschichte nach Lukas. Unmittelbar an die Verse des heutigen Evangeliums, wo wir hörten: 40 Wenn sie (die Jünger) schweigen, werden die Steine schreien" folgt die die Ankündigung Jesu der Zerstörung Jerusalems und es wird wohl erklärt, warum die Steine schreien werden: "

41 Als er näher kam und die Stadt sah, weinte er über sie 42 und sagte: Wenn doch auch du an diesem Tag erkannt hättest, was dir Frieden bringt. Jetzt aber bleibt es vor deinen Augen verborgen. 43 Es wird eine Zeit für dich kommen, in der deine Feinde rings um dich einen Wall aufwerfen, dich einschließen und von allen Seiten bedrängen. 44 Sie werden dich und deine Kinder zerschmettern und keinen Stein auf dem andern lassen; denn du hast die Zeit der Gnade nicht erkannt". Der Sondertext des hl. Lukas macht uns deutlich, wie eng oft Jubelrufe und der Ruf "kreuzige ihn" zusammen sind. Die Skepsis gegen über "Jubelrufen" und die Rufe "kreuzige ihn" sind eine Herausforderung an den Menschen sein Leben allein Gott zu übergeben, der uns in seiner großen Barmherzigkeit ohne weltlichen Ehren in sein Reich aufnehmen wird. Die Kirche hat immer wieder Männer und Frauen hervorgebracht, die unbeirrt allein auf Gott ihr Leben ausrichteten. So hören wir in der heutigen Passion: " 28 In allen meinen Prüfungen habt ihr bei mir ausgeharrt. 29 Darum vermache ich euch das Reich, wie es mein Vater mir vermacht hat: 30 Ihr sollt in meinem Reich mit mir an meinem Tisch essen und trinken " (Lk 22, 28-30).

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Doch zurück zum Palmsonntag.
Der hl. Johannes schildert den Einzug Jesu in Jerusalem sehr knapp: "In jener Zeit hörte die Volksmenge, die sich zum Osterfest eingefunden hatte, Jesus komme nach Jerusalem. Da nahmen sie Palmzweige, zogen hinaus, um ihn zu empfangen und riefen: Hosanna! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn, der König Israels! Jesus fand einen jungen Esel und setzte sich darauf — wie es in der Schrift heißt: Fürchte dich nicht, Tochter Zion! Siehe, dein König kommt; er sitzt auf dem Fohlen einer Eselin" (Joh 12, 12-15).

Als Pfarrer versuchte ich immer, den Einzug Jesu in Jerusalem möglichst lebensnah darzustellen. Das Johannes-Evangelium berichtet, dass es ein "junger Esel" war. Jeder, der mit Eseln zu tun hat, weiß, was es bedeutet, wenn ein junger Esel "folgen" soll. Gerade wie das Fernsehen die Prozession vom Gemeindehaus zur Kirche begleitete, konnten alle in "Tirol heute" den "störrischen" Esel miterleben. Der lebende Esel, auf dem dann ein Ministrant sitzen durfte, machte uns den Einzug Jesu in Jerusalem sinnenfällig und sahen uns in die Zeit Jesu zurückversetzt und gleichzeitig wurde das Geschehen von damals gegenwärtig in unserer Zeit. Wie zur Zeit Jesu tragen wir zur Palmprozession Palmzweige; es soll die Freude zum Ausdruck gebracht werden: Christus, der König zieht mit uns.

Wir können uns fragen: Warum wurde Jesus vom Volk so freudig empfangen? Da sitzt Jesus auf einem Esel und zieht fröhlich mit dem Volk in Jerusalem ein. Es ist dies kein Spott und Hohn, sondern das Volk jubelt ihm zu. Der Evangelist Johannes gibt uns einen Hinweis. Er beruft sich auf eine Stelle im Alten Testament.

Im Buch Sacharja wird das Kommen des Friedensfürsten beschrieben: "Juble laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir. Er ist gerecht und hilft; er ist demütig und reitet auf einem Esel, auf einem Fohlen, dem Jungen einer Eselin.

Ich vernichte die Streitwagen aus Efraim und die Rosse aus Jerusalem, vernichtet wird der Kriegsbogen. Er verkündet für die Völker den Frieden; seine Herrschaft reicht von Meer zu Meer und vom Eufrat bis an die Enden der Erde" (Sach 9, 9.10). Ganz bewußt wählt Jesus beim Einzug in Jerusalem einen Esel. Das Pferd war das Reittier der Könige, der Esel dagegen das Reittier des kleinen Mannes. Mit einem Esel kann man keinen Krieg führen.

Bereits bei der Krippe steht ein Esel als Zeichen des Friedens. Von Bethlehem, wo Jesus in einem ärmlichen Stall geboren wurde, geht an Weihnachten das Friedenslicht, die Botschaft Jesu an die ganze Welt, aus. Bei der Flucht nach Ägypten sitzt Maria mit dem Kind ebenfalls auf einem Esel und bringt den Friedensfürst in Sicherheit.

Christus, der König, kommt auf einem Esel und verkündet so den Menschen Frieden. Die Sehnsucht der Menschen nach einem Friedensbringer ist auch heute noch ungebrochen. Christus kam nicht hoch zu Ross, sondern auf einem Esel. Dieses Anliegen ist für die Kirche so wichtig, dass sie Jesus im Sanctus der hl. Messe als den Friedenskönig auf einem Esel beim Einzug in Jerusalem begrüßt: "Hosanna! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn (Joh 12,13)".

Die Palmprozession ist eine ergreifende, den ganzen Menschen erfassende Handlung. Das Entscheidende ist aber, dass Jesus auf einem Esel als Friedenskönig kommt. Um den Friedenskönig wieder sinnenfällig zu machen, wäre es schön, wenn bei der Palmprozession nicht nur Palmzweige getragen würden, sondern, wenn tatsächlich der Priester auf einem Esel sitzt und somit die Demut Jesu nachahmt. Der Friedens-König auf einem Esel soll begrüßt werden. Das ist das Zentrum der Feier. Die Armut und die Erniedrigung Jesu Christi nachzuahmen, nicht hoch zu Ross auf die Menschen zuzugehen, muss immer ein Leitbild der Kirche bleiben.

Jesus dreht alle unsere Vorstellungen um. Schlicht und einfach wäscht Jesus den Jüngern die Füße, wie uns Johannes ein Kapitel nach dem Einzug in Jerusalem darlegt: "Begreift ihr, was ich an euch getan habe? Ihr sagt zu mir Meister und Herr, und ihr nennt mich mit Recht so; denn ich bin es. Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen. Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe" (Joh 13, 13-15).

In der nachfolgenden Passion geht Jesus auch auf diese Frage ein: "24 Es entstand unter ihnen ein Streit darüber, wer von ihnen wohl der Größte sei. 25 Da sagte Jesus: Die Könige herrschen über ihre Völker, und die Mächtigen lassen sich Wohltäter nennen. 26 Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern der Größte unter euch soll werden wie der Kleinste, und der Führende soll werden wie der Dienende. 27 Welcher von beiden ist größer: wer bei Tisch sitzt oder wer bedient? Natürlich der, der bei Tisch sitzt. Ich aber bin unter euch wie der, der bedient" (Lk 22, 24-27).

Ruft uns heute Jesus nicht auch zu: "der Größte unter euch soll werden wie der Kleinste, und der Führende soll werden wie der Dienende" (Lk 22, 25), bzw. Ich bin nicht hoch zu Ross auf die Menschen zugegangen, sondern ich bin auf einem Esel gekommen. "Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe" (Joh 13, 15). Diese Haltung muss das Innerste der Christen ergreifen, um ein glaubhaftes Zeugnis vom Auferstandenen zu geben, der hier auf Erden den Weg der Erniedrigung, ohne Zeichen der äußeren Macht, ging.

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Verfasst am: Do März 25, 2010 7:05 pm



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