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„… wie wir vergeben unseren Schuldigern …” (II)
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Golf_Variant



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Anmeldedatum: 03.07.2006
Beiträge: 4211
Wohnort: Niedersachsen.
BeitragVerfasst am: Di Nov 27, 2007 2:15 pm Antworten mit Zitat

„… wie wir vergeben unseren Schuldigern …” (II)

Die Terroranschläge erschütterten London vor zwei Jahren. Foto: Iman/Flickr.com
Wie geht man als Christ mit dem Thema Vergebung um, wenn einem Menschen schrecklichste Dinge angetan haben? Im Thema der Woche „Schuld und Vergebung“ berichten heute die Mutter eines Mädchens, das im Bombenterror in London ums Leben gekommen ist, und die Witwe eines Erschossenen, wie sie mit Vergebung umgehen.
Pfarrerin: Ich kann dem Mörder nicht vergeben
„Ich verzehre mich nicht in Bitterkeit und Hass, obwohl ich diese Gefühle manchmal habe. Aber ich werde bis zu meinem Todestag zornig sein.“ Das sagte die 53-jährige Pfarrerin Julie Nicholson (Bristol) in einem Interview mit der BBC. Ihre Tochter Jenny war bei dem von Islamisten verübten Terroranschlag vom 7. Juli 2005 auf die U-Bahn von London ums Leben gekommen. Julie Nicholson konnte nicht das tun, was eigentlich jeder von ihr erwartet hatte: Sie konnte den Tätern nicht vergeben. Deshalb warf sie als Pfarrerin einer anglikanischen Gemeinde das Handtuch. „Ich kann nicht mehr das Heilige Abendmahl feiern und den Menschen Worte des Friedens, der Versöhnung und der Vergebung zusprechen“, sagt sie. Die Mutter von zwei weiteren Kindern im Alter von 17 und 23 Jahren arbeitet seitdem in einem kirchlichen Jugendprojekt. Sie sieht es bis heute nicht als ihre Aufgabe an, den islamistischen Terroristen ihre Bluttat zu vergeben. „Wenn meine Tochter hier säße – wenn auch mit schwersten Verletzungen – und sagte ‚Ich vergebe’, dann könnte sie das nur für sich tun. Ich könnte das nie sagen. Das wäre für mich billige Gnade, das wäre ein oberflächlicher Verband auf einer tiefen Wunde. Der Vorstellung, dass Vergebung für das Opfer wichtig sei und nicht zuerst für den Übeltäter, kann ich mich nicht anschließen.“ Im Sommer will Ex-Pfarrerin Julie Nicholson in England ihre Gedanken zu den Ereignissen vom Juli 2005 in einem Buch veröffentlichen. Titel: „Wenn ich an Jenny denke ...“

Die Reue des Täters war nicht entscheidend
Sommer 2004 bei Lübeck: Ein alkoholisierter polnischer Erntehelfer bringt mit seinem Auto zwei Jungen auf ihren Fahrrädern zu Fall und fährt einfach weiter. Arno Kuhn, Pastor der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, beobachtet den Vorfall. Er hält an und bittet seine Tochter, sich um die beiden verletzten Jungen zu kümmern. Dann verfolgt er den Fahrerflüchtigen und stoppt ihn. Der Täter schießt sofort auf Kuhn, der tödlich getroffen wird. Die Pistole wie auch den Wagen hatte der Pole kurz zuvor bei seinem Arbeitgeber gestohlen. Nach einer Verfolgungsjagd wird er verhaftet und zu 12 1/2 Jahren verurteilt. Carola Kuhn, die Witwe von Pastor Kuhn, beschreibt, wie sie mit dem Thema Vergebung umgeht:

Über Vergebung lässt es sich leichter reden, als sie zu praktizieren. Den Gegensatz zwischen Kopf und Herz kenne ich nicht nur vom Hörensagen. Ganz sicher ist es einfacher zu vergeben, wenn uns jemand darum bittet. Denn das ist ein Zeichen dafür, dass er bereut, was getan oder gesagt wurde. Für mich war aber die Reue des Täters, der meinen Mann getötet hatte, nicht entscheidend für meine Bereitschaft zu vergeben. Mir stand vielmehr ein Bibelwort vor Augen, und zwar Matthäus 18,21-35. Darin steht unter anderem, dass wir nicht sieben Mal, sondern siebenundsiebzig Mal vergeben sollen. Hier wird nicht menschliches Verhalten beschrieben, sondern die vergebende Liebe, in der Jesus Christus mir begegnet. So gesehen kann und will ich niemandem Vergebung verweigern. In vielen Fällen habe ich empfangene und gewährte Vergebung als etwas wunderbar Befreiendes erlebt. Daran wurde mir klar: Für mein Leben, also für alles, was ich tue oder unterlasse, bin ich Jesus verantwortlich. Natürlich kann es mir passieren, dass ich immer nur die Fehler des anderen sehe und mich über ihn stelle. Wenn mir das bewusst wird, erinnert mich mein Gewissen oft daran, mit wie viel Liebe mir immer wieder vergeben wurde.

Fertig bin ich damit nicht
So lernte ich im Lauf meines Lebens, Vergebung aus einem ganz neuen Blickwinkel zu sehen. Fertig bin ich damit noch lange nicht. Anders gesagt: Gott und ich – wir sind immer noch unterwegs, auch in Sachen Vergebung.

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Verfasst am: Di Nov 27, 2007 2:15 pm



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