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Erfüllte Prophetien - Beweise für die Zuverlässigkeit der Bi
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Golf_Variant



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BeitragVerfasst am: So Dez 12, 2010 4:35 pm Antworten mit Zitat

Erfüllte Prophetien - Beweise für die Zuverlässigkeit der Bibel

Tomas Cramer

Vortrag zur Verkündigungs- und Bibelfreizeit, in Eschwege, Ostern 1999;

[Quelle dieser Ausführungen ist u.a. das Buch: McDowell "Die Bibel im Test" - Verlag Hänssler]

Weltliche oder göttliche Prophetie?

Prophetie ist wieder in Mode. Schlägt man die Wochenzeitungen wie ‚DER STERN', ‚DER SPIEGEL' oder ‚FOCUS' auf, so überschlagen sich die Journalisten mit Zukunftsszenarien und endzeitlichen Visionen. Ein abenteuerliches Sammelsurium aus Veröffentlichungen verschiedener Sekten, gemixt mit fünfhundert Jahre alten Vorhersagen des Nostradamus, werden wieder neu interpretiert und den Lesern als Neuigkeit präsentiert. Letztlich verbreiten diese Meldungen nur Angst und Unsicherheit unter den Menschen. Ratlosigkeit und Verunsicherung machen sich breit!

Visionen und Prophetien gibt es seit Menschengedenken. Doch nie zuvor wurden mit diesen Botschaften so viele Menschen in den verschiedenen Ländern erreicht. Beim Lesen dieser sogenannten Prophetien stellt sich jedes Mal die Frage: Was ist eigentlich die Botschaft der Prophetie? Bei näherer Betrachtung dieser Visionen fehlt der tiefere Sinn für das prophezeite Geschehen. Die Schilderungen sind reich an phantastischen oder auch schauderhaften Bildern, aber die Sicht des Ganzen oder die Frage nach weiterreichenden Auswirkungen auf die persönliche Einstellung zur Welt, zu den Mitmenschen oder gar einer höheren Macht bleibt völlig unbeantwortet; einmal ganz abgesehen vom zweifelhaften Wahrheitsgehalt der sogenannten Offenbarungen.

Diese tiefere Absicht, sowie der Ursprung der Prophezeiung und auch die Anweisung zur Veränderung des persönlichen Lebens eines jeden Einzelnen wird nur in einer Quelle prophetischer Aussagen befriedigend beantwortet: in der Bibel.

Die prophetischen Voraussagen in der Bibel sind frei von Effekthascherei. Fast jedes Kapitel, in dem zum Beispiel Unheil verkündet wird, hat parallel dazu ein Kapitel, in dem genau erklärt wird, warum die Gerichtsbotschaft ergangen ist. Während bei weltlichen Propheten nur das Geschehen im Vordergrund steht, verkündet der Gott der Bibel den Sinn des Ganzen. Der Prophet Amos erklärte im Auftrag Gottes: "Ja, siehe, der die Berge bildet und den Wind erschafft und dem Menschen mitteilt, was sein Sinnen ist, der die Morgenröte und die Finsternis macht und einherschreitet auf den Höhen der Erde: Jahwe, Gott der Heerscharen, ist sein Name" (Amos 4,13; vgl. mit Jes 46,9.10).

Man könnte fast sagen: Ein Name - ein Programm. Zusammen mit der Verkündigung des Namens Gottes erhalten wir ebenfalls die Zusicherung, dass Gott Jahwe den Menschen mitteilt, was Er zu tun gedenkt und beabsichtigt. Er macht Vorhersagen, Prophezeiungen mit Inhalt! Sogar der Name Gottes ist schon eine Prophezeiung: "Ich bin, der ich sein werde" (2.Mose 3,14). Das allein wäre schon Inhalt genug, doch erfahren wir noch viel mehr über Sinn und Zweck Seiner Handlungen und ob die Folgen gut oder schlimm sein werden.

Gott begründet Seine Verheißungen

Die Bibel sagt sehr deutlich, dass Prophetie ein Zeichen der Kraft und Herrlichkeit Gottes ist. Sie ist nicht nur eine Demonstration der Kraft Gottes, sondern auch Seine Antwort auf die Gebete und Nöte der Menschen. Menschliche Prophetien dagegen lassen solch eine Kraft vermissen, sie rufen nur oberflächliche Gefühle hervor!

Die Frage nach dem Warum bleibt bei weltlicher Prophetie meistens unbeantwortet. Doch lesen wir in der Bibel immer wieder das Wörtchen: "Darum ...", also die Begründung für Gottes Handlungsweise, als Folge einer richtigen oder falschen Lebensführung einzelner Personen oder verschiedener Völker der Geschichte.

Hier ist auch das Volk Israel zu erwähnen, das der Gott der Bibel sich erwählt hat, um allen Völkern und Nationen Seine Absichten klarzumachen. Wieder ist es der Prophet Amos, der seinen Landsleuten die Antwort auf das Warum gibt. Das Volk Israel hatte den Weg des Ungehorsams gegenüber Gottes Geboten und des Götzendienstes gewählt und wurde daraufhin mit der Macht Gottes konfrontiert:

"'Hört und bezeugt es gegen das Haus Jakob!' spricht der Herr Jahwe, der Gott der Heerscharen: ‚An dem Tag, da ich die Verbrechen Israels an ihm heimsuche, werde ich auch die Altäre von Bethel heimsuchen: Da werden die Hörner des Altars abgehauen und fallen zu Boden ... ihr wart wie ein Holzscheit, das aus dem Brand gerettet ist. Und doch seid ihr nicht zu mir umgekehrt', spricht Jahwe. ‚Darum werde ich dir so tun, Israel. Weil ich dir dies tun will, mach dich bereit, deinem Gott zu begegnen, Israel!'" (Amos 3,13; 4,11.12)

Nicht nur das Volk Israel hat viele Höhen und Tiefen seiner langen Existenz durchlebt, viele andere Nationen und Völker stürzten sogar offenen Auges in ihr Verderben. Doch wer hatte ihnen die Augen geöffnet und wozu? Wo sind diese Nationen heute? Hier begegnen wir wieder den Fragen, die wir bereits am Anfang gestellt haben: Fragen nach dem Ursprung der Prophezeiung, den Gründen und den Konsequenzen.

Die Beantwortung solcher Fragen macht die Bibel in prophetischer Hinsicht zu einem glaubwürdigen Buch. Doch welchen Umfang haben die in ihr gemachten Prophetien und wie echt sind sie?

Göttliche Prophetie erfüllt sich

Versuchen wir Antworten zu finden und gehen wir auf die verschiedenen Aspekte der Prophetie ein. Versuchen wir, den Umfang der biblischen Prophetie deutlich zu machen und dem Interessierten zu zeigen, dass die göttliche Prophetie zuverlässig überliefert wurde und auch nachweislich ihre Erfüllung gefunden hat, teilweise erst vor wenigen Jahrhunderten, Jahrzehnten oder Jahren.

Die Geschichte des Volkes Israel ist ein eindeutiger Beleg für erfüllte Prophetie. Das Erscheinen und Verschwinden der Weltreiche Babylon, Medo-Persien, Griechenland, dem Römischen Reich und den daraus stammenden Nationen Europas, sind weitere Beweise für die Erfüllung des prophetischen Wortes der Bibel, die beispielsweise im Buch Daniel, Kapitel 2 aufgezeichnet sind.

Zum Kapitel 8 des Buches Daniel gibt es übrigens eine interessante Geschichte: Hier wird unter anderem die historische Entwicklung Alexanders des Großen und seines griechischen Reiches in einem Bild beschrieben. Die Vorhersage traf nicht nur ein, sondern Alexander der Große erkannte sich in der Weissagung sogar selbst! Der jüdische Historiker Josephus Flavius [37 bis etwa 100 n. Chr.] beschreibt in seinem Werk "Jüdische Altertümer" (Antiquitates Judaicae) den Besuch Alexanders des Großen in Jerusalem [um 330 v. Chr.]. Der Hohepriester Jaddua habe ihm dort das Buch Daniel gezeigt und Alexander habe sich selbst darin prophetisch beschrieben wiedererkannt (Jüdische Altertümer XI,8,5).

Des Weiteren sind das Leben und Wirken Jesu und persönliche Ereignisse vieler Menschen in der Bibel weitere Bestandteile der unterschiedlichen Voraussagen, die in der Heiligen Schrift gemacht werden.

Mit der Bibel halten wir also ein Buch in Händen, das es uns erlaubt, die Geschichte einzelner Menschen, Städte und Völker, ja, der ganzen Menschheit nachzuvollziehen und deren Erfüllung am Ende der Zeit vorauszuahnen. Dies wird jedoch von den meisten Menschen nicht anerkannt. Für sie ist die Bibel nicht die unfehlbare Offenbarung eines übermächtigen, persönlichen Gottes. Allerdings können diese Zweifler ihre Ansicht nicht belegen.

Gottes Wort hingegen beweist sich durch die Erfüllung Seiner Verheißungen! Dies wird vor allem deutlich an den detaillierten Vorhersagen der Geburt und des Lebens und Sterbens Jesu Christi. Er wurde angekündigt als Nachkomme eines Weibes (Weibessamen - 1.Mose 3,15), von einer Jungfrau (Jes 7,14) in Bethlehem geboren (Micha 5,1), als Prophet gleich wie Mose (5.Mose 18,15-19) und als leiblicher Nachkomme Abrahams und Davids (1.Mose 17,8; 1.Chr 17,11-14). Es wurde sein Leiden und Sterben, (Jes 53; Ps 22), seine Auferstehung aus den Toten (Ps 16,8-11) und seine Erhöhung (Dan 7,13.14) vorhergesagt.

Skeptiker werden jedoch kaum damit zufrieden sein, wenn man die Glaubwürdigkeit der Bibel anhand der Bibel beweisen will. Darum lenken wir unsere Aufmerksamkeit auf einen speziellen Bereich der erfüllten Prophetie, der oftmals fälschlicherweise als Betrug oder nachträgliches Korrigieren der Schrift abgetan wird: Betrachten wir die Völker und Städte der biblischen Welt, die heute nicht mehr existieren.

Was die Frage des Datierens der Prophezeiungen für diese Orte betrifft, verlegen viele Leute den Zeitpunkt der Prophetie hinter die Erfüllung und nicht davor. Dieses Argument wird uns oft entgegengehalten, wenn wir im Rahmen unserer Verkündigungsaktionen Rede und Antwort stehen. Am Ende dieser Ausführungen werden wir erfahren, warum diese Denkweise falsch und unlogisch ist.

Beispiele erfüllter Prophetie

Eine Prophezeiung, welche weltweiten Einfluss hatte

Namen in der Bibel haben oftmals prophetische Bedeutung. Zu Beginn der Besiedelung der Erdkontinente steht Noah mit seiner Familie: den drei Söhnen Sem, Ham und Japhet und deren Frauen. Diese acht Menschen waren gerade der fast alles vernichtenden Flut entkommen. (Nebenbei bemerkt: Es gibt weltweit etwa 268 Sintflutberichte und 21 Regenbogensagen! Das ist ein Hinweis, dass diese Flut tatsächlich stattfand.) Die Nachkommen der Söhne Noahs begannen, die Erde zu bevölkern (1.Mose 9,19).

In diesem Bericht der Bibel wird der Zusammenhang zwischen den drei Söhnen Noahs und der Entstehung der drei menschlichen Hauptgruppierungen deutlich. Ham, dessen Name "heiß" oder "schwarz" bedeutet, und seine Nachfahren wanderten nach Süden und siedelten in Kanaan und nördlichen Teilen Afrikas, wie Äthiopien, Ägypten und Libyen (1.Mose 5,32; 6,10; 10,6-20). Japhet, dessen Name "Ausbreitung" oder "der Starke" bedeutet, expandierte als der umfangreichste Stamm mit vielen Volksgruppen nach Westen und Norden, Richtung Europa (1.Mose 5,32; 9,18 ff; 10,1 ff). Sems Familie verblieb im fruchtbaren Halbmond. Sem, dessen Name "Ruhm" bedeutet, wurde der Vater der semitischen Völker des Nahen Ostens und Asiens, zu denen die Israeliten gehören (1.Mose 6 bis 10).

Besondere Bedeutung für die Zukunft der Nachkommen Hams bekommt eine Prophezeiung, die Noah aussprach. Wegen der Respektlosigkeit Hams verfluchte er dessen Sohn Kanaan und seine Nachkommen mit den Worten:

"Verflucht sei Kanaan! Ein Knecht der Knechte sei er seinen Brüdern! Und er sprach: Gepriesen sei Jahwe, der Gott Sems; und Kanaan sei sein Knecht! Weiten Raum schaffe Gott dem Japhet, und er wohne in den Zelten Sems; und Kanaan sei sein Knecht!" (1.Mose 9,25-27)

Diese Voraussage deutet an, dass die Nachkommen Hams eher eine untergeordnete Rolle einnehmen würden. Die Semiten hingegen, wie auch die Nachkommen Japhets durften auf eine optimistische und erfolgreiche Zukunft hoffen. Könnte es sein, dass die Worte Noahs die weltpolitische Entwicklung der drei Kontinente Europa, Asien und Afrika und deren Bevölkerung beeinflusst haben?

Voraussagen über Ortschaften und Länder (a-i Quelle: Die Bibel im Test, Verlag Hänssler, ISBN3-7751-1869-1)

a) Tyrus

Eine der ungewöhnlichsten Prophetien in der Bibel ist die über die Stadt Tyrus, in Verbindung mit der Stadt Sidon. Der Prophet Hesekiel verkündete in der Zeit zwischen 592-570 v. Chr. (Hes 26,1-21):

"Darum, so spricht der Herr Jahwe: Siehe, ich will an dich, Tyrus! Und ich werde viele Nationen gegen dich heraufführen, wie das Meer seine Wellen heraufführt. Und sie werden die Mauern von Tyrus zerstören und seine Türme abbrechen; und ich werde seine Erde von ihm wegfegen und es zum kahlen Felsen machen. ... Denn so spricht der Herr Jahwe: Siehe, ich lasse Nebukadnezar, den König von Babel, den König der Könige, von Norden her über Tyrus kommen, mit Pferden und Wagen und Reitern und einem Aufgebot und mit viel Volk. Deine Töchter wird er auf dem Feld mit dem Schwert erschlagen. Und er wird Belagerungstürme gegen dich aufstellen und einen Belagerungswall gegen dich aufschütten und Langschilde gegen dich aufrichten ... Und sie werden dein Vermögen rauben und deinen Handelsgewinn plündern und deine Mauern abbrechen und deine prächtigen Häuser niederreißen; und deine Steine und dein Holz und deinen Schutt werden sie mitten ins Wasser schütten. ... Und ich werde dich zum kahlen Felsen machen; ein Trockenplatz für Netze sollst du werden, du wirst nicht wieder aufgebaut werden. Denn ich, Jahwe, habe geredet, spricht der Herr Jahwe. ... Tödlichen Schrecknissen gebe ich dich preis; und du wirst nicht mehr sein, und du wirst gesucht, aber nicht wiedergefunden werden für ewig, spricht der Herr Jahwe" (Hes 26, 3.4.7.8.12.14.21).

Das sind die Voraussagen:

1. Nebukadnezar wird die Festlandstadt Tyrus zerstören (Vers Cool,

2. viele Nationen werden gegen Tyrus sein (Vers 3),

3. Tyrus wird zu einem nackten Felsen werden und flach wie die Oberfläche eines Felsens sein (Vers 4),

4. Fischer werden ihre Netze dort aufspannen (Vers 14),

5. der Schutt wird ins Wasser geworfen werden (Vers 12),

6. die Stadt soll nie wieder aufgebaut werden (Vers 14),

7. die Stadt soll nie wieder gefunden werden (Vers 21).

Die Aussagen scheinen für sich selbst zu sprechen. Man braucht lediglich die Geschichte von Tyrus mit diesen Prophezeiungen zu vergleichen: Was war geschehen?

Nebukadnezar, der König von Babel, belagerte die Stadt Tyrus auf dem Festland drei Jahre nach der Prophezeiung. Als Nebukadnezar die Tore durchbrach, fand er die Stadt fast leer vor. Die Mehrzahl der Einwohner war mit Booten auf eine Insel entkommen, die knapp einen Kilometer weit vor der Küste lag. Dort befestigten sie eine neue Stadt. Die Festlandstadt wurde im Jahre 573 zerstört (Voraussage 1), aber die Stadt Tyrus auf der Insel blieb noch mehrere hundert Jahre eine mächtige Stadt.

Etwa 333 v. Chr. marschierte Alexander der Große südwärts nach Ägypten, nachdem er Darius III. besiegt hatte. Unterwegs forderte er die Phönizierstädte auf, ihre Tore zu öffnen, da es zu seinem Plan gehörte, sie der persischen Flotte zu entziehen. Die Bürger von Tyrus weigerten sich. Die Ingenieure und Arbeiter Alexanders bewegten den Schutt, der einmal die Stadt Tyrus gewesen war und bauten aus dem Schutt eine 60 Meter breite Mole über die Wasserenge, welche die alte Stadt von der neuen trennte (Voraussage 5).

Alexander erkannte, dass er zusätzlich Schiffe brauchte und begann von besiegten Untertanen Schiffe einzuziehen. Viele Städte und Nationen trugen dazu bei: Sidon, Byblos, Rhodos und viele mehr (Voraussage 2).

Im Jahre 332 v. Chr. wurde die Stadt im Meer zerstört. Der größte Teil des Gebietes der einstmals großen Stadt ist heute nackt wie die Oberfläche eines Felsens (Voraussage 3) - ein Ort, an dem die Fischer, die immer noch an diese Stelle kommen, ihre Netze zum Trocknen ausbreiten (Voraussage 4).

Doch die Menschen bauten Tyrus wieder auf. 314 v. Chr. wurde Tyrus, vom Nachfolger Alexander des Großen, Antigonos, erneut eingenommen. Im Jahre 638 n. Chr. wurde die Stadt von den Moslems erobert, und zur Zeit der Kreuzzüge wurde es eine wichtige Basis der Kreuzritter. Im Mittelalter wurde sie abermals von den Moslems zurückerobert (1291) und restlos zerstört (Voraussage 6).

Ein mittelalterlicher Chronist vermerkte: "Der gesamte Ruhm von Tyrus besteht nur noch in einem Schellfisch und einem Purpur-Farbstoff."

Es gibt auch heute eine Stadt Tyrus, die aber nicht die ursprüngliche Stadt ist. Sie wurde weiter entlegen, vom ursprünglichen Gebiet von Tyrus entfernt an der Küste erbaut,. Das Schicksal von Tyrus war laut dem Propheten ein Ort, an dem Fischer ihre Netze aufspannen. Die heutige Existenz eines kleinen Fischerdorfes auf dem Gebiet der alten Stadt Tyrus bedeutet nicht, dass die Prophetie sich nicht erfüllte, sondern ist vielmehr die endgültige Bestätigung dafür, dass die Prophetie in Erfüllung ging. Tyrus, die Herrin der Meere, das jahrhundertealte Handels- und Umschlagszentrum der Welt, verging, um nie wieder aufgebaut zu werden (Voraussage 7). Die Fischer, die ihre Netze auf den Felsen trocknen, die einst das Fundament jener Metropole des Altertums bildeten, sind das letzte Glied in der Kette der Prophetien, die Hesekiel vor über fünfundzwanzig Jahrhunderten aussprach.

Die Geschichte der Stadt ist ein Beispiel für eine Prophezeiung, die in der Zeit nach Christus in Erfüllung ging!

b) Sidon

Hesekiel verkündigte eine weitere Prophezeiung Gottes über Tyrus' Schwesterstadt Sidon:

"So spricht der Herr Jahwe: ‚Siehe, ich will an dich, Sidon, und will mich in deiner Mitte verherrlichen; und sie werden erkennen, dass ich Jahwe bin, wenn ich Strafgerichte an ihr übe und mich an ihr als heilig erweise. Und ich werde die Pest hineinsenden und Blut auf ihre Straßen; und Erschlagene werden in ihrer Mitte fallen durch das Schwert, das von allen Seiten über sie kommt. Und sie werden erkennen, dass ich Jahwe bin'" (Hes 28,22.23).

Drei Voraussagen wollen wir betrachten:

1. Keine Erwähnung der Zerstörung der Stadt,

2. Blut in ihren Gassen (Vers 23),

3. vom Schwert Erschlagene überall (Vers 23).

Im Jahre 351 v. Chr. rebellierten die Sidonier gegen den persischen König und konnten ihre Stadt erfolgreich gegen die Angriffe der Perser verteidigen. Schließlich verriet ihr eigener König - um sein Leben zu retten - die Stadt an den Feind. Um der Rache des persischen Königs zu entkommen, töteten sich 40.000 Bürger selbst. Sidon war jedoch schon bald wieder aufgebaut, nachdem es abgebrannt war. Und obwohl die Stadt immer wieder erobert wurde und ihre Bürger abgeschlachtet (Voraussage 2 und 3) und die Häuser abgerissen wurden, hat man die Stadt stets wieder aufgebaut.

In den Tagen der Kreuzzüge wurde Sidon immer wieder von feindlichen Mächten erobert und zurückerobert. Dreimal wurde es von den Kreuzrittern erobert, und dreimal fiel es vor den moslemischen Heeren. Selbst in der Neuzeit ging die Stadt immer wieder durch schwere Zeiten. Sie war Austragungsort von Kämpfen zwischen Drusen und Türken, sowie zwischen Türken und Franzosen. 1840 wurde Sidon von den Flotten Englands, Frankreichs und der Türkei bombardiert. Immer wieder wurde in den Straßen Blut vergossen, aber die Stadt existiert immer weiter und steht heute da, als ein Denkmal erfüllter Prophetie.

Kein menschlicher Geist hätte vor 2500 Jahren voraussagen können, dass Tyrus ausgelöscht sein wird, Sidon aber weiterbesteht, zumal eigentlich Tyrus "die Königin und Herrin des Mittelmeeres" genannt wurde.

c) Theben und Memphis

Es gab viele Zentren religiöser Verehrung in der Welt der Antike. Doch die heidnischen Götzen waren nie von Dauer; Gott verdammte die Städte, in denen dieser Götzendienst blühte. Ein Beispiel hierfür finden wir in Ägypten. Die beiden Städte Theben (früher: No), der Hauptstadt Oberägyptens und Memphis (früher: Noph oder Moph), der Hauptstadt Unterägyptens wurden vom Propheten Hesekiel mit unterschiedlichen Urteilssprüchen bedacht (Hes 30,13-16). Theben sollte zerrissen und sein Reichtum vernichtet werden, in Memphis sollten die Götzen ausgerottet werden, was praktisch der Ausrottung der ganzen Stadt gleichkam.

Wenn man nun Memphis mit Theben vergleicht, dann wird das Wunder erfüllter Prophetie nur noch erstaunlicher. Wie kam es, dass die Prophetien über die beiden Städte nicht verwechselt wurden? Tatsächlich wurde die Stadt Theben durch zwei Vernichtungsschläge (552 und 85 v. Chr.) dem Erdboden gleichgemacht, während Memphis noch einen kulturellen Höhepunkt erreichte.

Aber auch Memphis war Hochburg der Götzen und wurde auch mithilfe derselben geschlagen. Wie das? Der babylonische Heerführer Kambyses Pelusium nahm die Stadt ein, indem er Hunde und Katzen, die von den Ägyptern heilig gehalten wurden, vor sein Heer setzte, so dass es kein Ägypter wagen würde, Waffen gegen sie zu gebrauchen. Er erschlug den "heiligen Stier" Apis und verbrannte andere Götter Ägyptens. Erst mit der Erbauung Kairos im 7. Jahrhundert verließen die Menschen Memphis. Die Araber trugen den größten Teil der Bauten ab und transportierten die Steine für neue Bauvorhaben nach Kairo.

d) Samaria

Die Propheten Hosea [748-690 v. Chr.] und Micha [738-690 v. Chr.] prophezeiten gegen die Stadt Samaria:

"Samaria wird büßen, denn es ist widerspenstig gewesen gegen seinen Gott. Sie werden durchs Schwert fallen, ihre Kinder werden zerschmettert und ihre Schwangeren aufgeschlitzt" (Hos 14,1).

"So werde ich Samaria zu einem Trümmerhaufen im Feld machen, zu Weinbergpflanzungen, und ich werde seine Steine ins Tal hinabstürzen und seine Grundfesten bloßlegen" (Micha 1, 6).

Vorausgesagt wird:

1. Samaria wird fallen (Hosea),

2. es wird zu einem Steinhaufen im Felde werden (Micha),

3. Weinberge sollen dort angelegt werfen (Micha),

4. seine Steine werden ins Tal gestürzt werden (Micha),

5. es soll bis auf den Grund bloßgelegt werden(Micha).

Die Geschichte Samarias ist relativ kurz und sehr stürmisch. Samaria war nach der Teilung des salomonischen Reiches die Hauptstadt des Nordreiches Israel und ein Symbol der Abkehr von Jahwe. Samaria wurde vom Assyrerkönig Sargon II. 722 v. Chr. erobert. Im Jahre 331 v. Chr. fiel die Stadt in die Hand Alexanders des Großen und 120 v. Chr. durch den Hasmonäerkönig Hyrkanos. Alle drei Eroberungen brachten der Stadt sehr viel Zerstörung und Tod (Voraussage 1).

Heute befindet sich auf dem Hügel, wo Samaria stand, ein bebautes Feld, auf dem die Fundamente der Säulen die Lage der einstigen Paläste und Herrschaftshäuser markieren. Am Fuße des Hügels, im Tal, liegen die Grundsteine der Stadt. Die Steine der großen Stadt wurden von den Bauern des Landes zusammengehäuft oder den Hügel hinabgeworfen, damit ihre Stätte in Felder und Weingärten verwandelt würden (Voraussagen 2-5).

e) Gaza und Askalon

Gaza und Askalon, so prophezeiten Amos 1,8 [775-750 v. Chr.], Jeremia 47,5 [626-586 v. Chr.] und Zephanja 2,4-7 [640-621 v. Chr.], sollten kahl und verwüstet werden, und der Überrest des Hauses Juda soll Askalon bewohnen. Die Prophezeiungen erfüllten sich. Das heutige Gaza liegt an einer ganz anderen Stelle und Askalon gehört nun zu Israel.

f) Moab und Ammon

Zwei kleine Königreiche, Moab, östlich des Toten Meeres, und Ammon, nördlich von Moab, waren ebenfalls Gegenstand des Gerichtes Gottes. Die Propheten Hesekiel 23,3.4 [592-570 v. Chr.] und Jeremia 48,47; 49,6 [626-583 v. Chr.] kündigten an, dass die im Osten gelegenen Völker Moab und Ammon einnehmen würden, doch dass diese Besetzung nur von vorübergehender Dauer sein sollte. Ein Blick in das Geschichtsbuch bestätigt ebenfalls die Erfüllung:

Moab und Ammon verschwanden! Um die Jahrhundertwende wurde diese Gegend noch Transjordanien genannt, regiert vom Emir Abdullah des Ostens. Das Land regenerierte wirtschaftlich innerhalb der letzten 80 Jahre, und heute beginnt die Region als Jordanien wieder zu erblühen, wohl auch durch die neuen Wirtschaftsabkommen mit Israel! Auch das ist wieder eine Prophetie, die sich erst in unseren Tagen erfüllt!

g) Edom und Petra

Immer wieder wurde die Verwüstung Edoms geweissagt durch Jesaja 34,6-15, Jeremia 49,17.18 und Hesekiel 25,13.14; 35,5-7. Zur Zeit dieser Propheten schien die Erfüllung solcher Prophezeiungen höchst unwahrscheinlich zu sein. Selbst nachdem die Edomiter vertrieben worden waren, entwickelten die Nabatäer eine blühende Zivilisation, die Jahrhunderte überdauerte.

Aber Gott hatte gesagt: "Ich will deine Städte wüst machen" (Hes 35,7). Heute ist das Land verödet, ein stummes Zeugnis des sicheren Wortes des HERRN.

Die Stadt Petra ist ein bemerkenswertes Beispiel der buchstäblichen Erfüllung dieser Prophetie. Diese bedeutungsvolle Hauptstadt der Antike, mit ihrem 4000 Menschen fassenden Theater, ihren Tempeln, ihren Altären und ihren Monumenten liegt heute schweigend und verlassen da, zerfallend mit dem Lauf der Zeit.

h) Ninive und Babylon

Die zwei Hauptstädte der antiken Welt waren Ninive und Babylon. Sie waren dicht bevölkert und militärisch sehr stark - Zentren von extrem starken Königreichen. Dennoch wurden gegen ihre scheinbar unbezwingbaren Mauern, um die Zeit ihres jeweiligen Höhepunktes an Macht und Einfluss, Untergangsprophetien ausgesprochen - woraufhin sie auch bald erobert wurden: Ninive nach einer sehr kurzen Belagerung und Babylon ohne Widerstand.

Ninives mächtige Stadtmauern wurden, nachdem der Fluss Tigris über die Ufer getreten war, unterspült und boten somit keinen Schutz gegen die Angreifer. Die Meder und Chaldäer hatten Ninive bereits seit drei Monaten belagert. Nach dem Angriff wurde Ninive dem Erdboden gleich gemacht. Genau dieses Geschehen wurde Ninive durch den Propheten Nahum 1,8 bis 3,9 [661-612 v. Chr.] im Voraus bekannt gemacht: "Doch mit einer überschwemmenden Flut wird er ihrem Ort ein Ende machen, und Finsternis wird seine Feinde verfolgen" (Nah 1,Cool.

Die Einnahme Babylons durch die Meder und Perser, im Jahre 539 v. Chr., wurde bereits fast 200 Jahre zuvor von Jesaja und ungefähr 50 Jahre vorher von Jeremia angekündigt.

Jeremia sagte, die babylonischen Soldaten würden sich kampflos ergeben. Sowohl nach der Vorhersage Jesajas als auch nach der Jeremias sollten die schützenden Wasser Babylons, der Euphrat, "ausgetrocknet werden". Jesaja gab selbst den Namen des Eroberers bekannt, der persische Feldherr Cyrus, und er sagte, "dass sogar die Tore Babylons nicht verschlossen sein" würden (Jer 50,38; 51,11.30; Jes 13,17-19; 44,27; 45,1).

Der griechische Chronist Herodot erklärte, dass Cyrus das Wasser des Euphrat ableitete und dadurch erreichte, "dass das alte Flussbett zu durchwaten war; der Wasserspiegel im Fluss sank" (Herodot Historien, 1963 von Josef Feix). Die feindlichen Soldaten marschierten in der Nacht durch das Flussbett und gelangten durch die sorglos offengelassenen Tore in die Stadt. Die Babylonier hielten gerade ein Trinkgelage ab, wie die Bibel erklärt und auch Herodot bestätigt (Dan 5,1-4.30).

Sowohl Jesaja als auch Jeremia sagten vorher, dass von Babylon schließlich nur unbewohnte Ruinen übrigbleiben sollten. Das trat ein. Heute ist Babylon ein verlassener Erdhügel (Jes 13,20-22; Jer 51,37.41-43).

Man betrachte einmal den Unterschied zwischen den Prophetien über Babylon und über Ägypten! Die babylonische Nation sollte verschwinden, Ägypten sollte als untergeordnete Nation weiterbestehen und besteht auch als solche. Wie geschah es, dass diese beiden unwahrscheinlichen Ereignisse sich genau nach dem Wortlaut der Prophetien zutrugen und dass die Namen nicht vertauscht wurden?

i) Chorazin, Bethsaida und Kapernaum

Nun haben wir noch etwas Besonderes: Eine neutestamentliche Prophezeiung in Bezug auf Ortschaften. Wir erinnern uns sicher an die Gerichtsworte, die Jesus über Chorazin, Bethsaida und Kapernaum sprach:

"Dann fing er an, die Städte zu schelten, in denen seine meisten Wunderwerke geschehen waren, weil sie nicht Buße getan hatten: ‚Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Bethsaida! Denn wenn zu Tyrus und Sidon die Wunderwerke geschehen wären, die unter euch geschehen sind, längst hätten sie in Sack und Asche Buße getan. Doch ich sage euch: Tyrus und Sidon wird es erträglicher ergehen am Tag des Gerichts als euch. Und du, Kapernaum, die du bis zum Himmel erhöht worden bist, bis zum Hades wirst du hinabgestoßen werden; denn wenn in Sodom die Wunderwerke geschehen wären, die in dir geschehen sind, es wäre geblieben bis auf den heutigen Tag. Doch ich sage euch: Dem Sodomer Land wird es erträglicher ergehen am Tag des Gerichts als dir'" (Matth 11,20-24).

Obwohl keine genaue Prophetie gegeben wird, wie diese Städte zerstört werden sollten, ist Gottes Zorn und Gericht doch unüberhörbar, und die Geschichte hat dies bestätigt. Wir lesen im Neuen Testament allerdings nicht nur von drei, sondern von vier Städten des Altertums, die sich in herrlicher Lage in der Nähe und am Ufer des Galiläischen Meeres befanden. Diese Städte waren Kapernaum, Chorazin, Bethsaida und Tiberias. Chorazin, Kapernaum und Bethsaida wurden durch ein Erdbeben zerstört; nur die zuletzt genannte, die Jesus nicht angesprochen hatte, Tiberias, steht noch heute. Nicht ein Wort des Gerichts wurde seitens unseres Herrn gegen diese Stadt verkündet. Sie wurde mehrmals teilweise zerstört, aber immer wieder aufgebaut.



Zuverlässigkeit der Bibel - Stärkung für den Glauben

Um das Ausmaß der biblischen Prophezeiung und ihre Echtheit vollständig begreifen zu können, ist es wichtig zu wissen, dass die Jahrhunderte nach Jesu Geburt ebenfalls Teil der Erfüllung sind. Dies ist heute für jeden offensichtlich im Falle Israels! Israel existiert und ist wieder zu Hause. Doch alle die Völker und Orte, die nicht mehr existieren, haben noch immer eine wichtige Funktion zu erfüllen. Sie sind der Beweis für die Glaubwürdigkeit des Wortes Gottes in der Bibel!

Bis hierhin ist die Beweiskette aber noch nicht geschlossen. Denken wir an die Worte der Kritiker: "Können die biblischen Texte denn nicht im Nachhinein gefälscht worden sein? Eventuell im Mittelalter?"

Das ist unmöglich! Es existieren zu viele Übersetzungen und Abschriften des Alten Testaments, die in den unterschiedlichen Gegenden und Volksgruppen zu finden waren; zum Beispiel: griechische, koptische, äthiopische, arabische, armenische, georgische und viele andere Übersetzungen. Da die Zeitpunkte der Entdeckung vieler Manuskripte weit auseinander liegen, wäre eine so umfangreiche Fälschungsarbeit nicht möglich gewesen! Alte, zum Teil unsicher interpretierte Textstellen wurden durch noch ältere Funde korrigiert oder ergänzt.

Die Septuaginta, eine von siebzig ägyptischen Juden erarbeitete griechische Übersetzung des hebräischen Textes, wurde etwa 300 Jahre v. Chr. geschrieben. Sie ist somit die älteste griechische Übersetzung des Alten Testaments, die auch in der Urgemeinde der Christen verwendet wurde. So las zum Beispiel auch der äthiopische Kämmerer den Propheten Jesaja wahrscheinlich aus der Septuaginta (Apg 8,30-33). Zu dieser Zeit waren die Worte der Propheten bereits seit etwa 300 Jahren auch in der griechischen Version niedergeschrieben. Und ein Großteil der Erfüllung zog sich über Jahrhunderte hin, bis in unsere Zeit!

Ein Bibel-Wissenschaftler schrieb:

"Kein Mensch hat je Voraussagen gemacht, die sich mit denen vergleichen ließen, die wir betrachtet haben, und die sich genau erfüllten. Die Zeitspanne zwischen Niederschrift dieser Prophezeiungen und ihrer Erfüllung ist so groß, dass der strengste Kritiker nicht behaupten kann, die Voraussagen seien gemacht worden, nachdem die Ereignisse schon eingetreten waren."

Gott hat Wort gehalten, und wir können es nachprüfen! Abermals spüren wir, wie wir von Ihm gelehrt werden: Nicht durch Beeinflussung, nicht durch Überredung, sondern durch Überzeugung. Und genau dies macht den Glauben aus. Denn der Glaube ist "eine Verwirklichung dessen, was man hofft, ein Überführtsein von Dingen, die man nicht sieht" (Hebr 11,1).

Anhand dieser konkreten Beispiele können wir heute belegen, dass unser Vertrauen in das biblische Wort Gottes gerechtfertigt ist. Gott, der Schöpfer der Erde und des gesamten Universums, fordert uns auf, Seine Worte zu prüfen, um uns selbst ein Bild davon zu machen, wie glaubwürdig und verlässlich Seine Worte und Taten sind. Der Prophet Jesaja machte im Auftrag Gottes bekannt:

"So spricht Jahwe, der König Israels und sein Erlöser, Jahwe der Heerscharen: Ich bin der Erste und bin der Letzte, und außer mir gibt es keinen Gott. Und wer ist wie ich? Er rufe und verkünde es und lege es mir dar! - Wer hat von Urzeiten her das Kommende hören lassen? Und was eintreten wird, sollen sie uns verkünden! Erschreckt nicht und zittert nicht! Habe ich es dich nicht schon längst hören lassen und [es dir] verkündet? Und ihr seid meine Zeugen: Gibt es einen Gott außer mir? Es gibt keinen Fels, ich kenne keinen" (Jes 44,6-8; vgl. auch Jes 45,21.22; 46,9.10; 45,11).

Ein Weiteres wird nun klar: Wenn Gott soviel daran gelegen ist, dass Menschen aus der Geschichte lernen sollen, dann ist auch die Geschichte der Gegenwart und Zukunft von großer Bedeutung. Die nun erwiesenermaßen zuverlässige Prophetie der Bibel scheint wie ein helles Licht in die düsteren Zukunftsaussichten unserer Welt. Sie nimmt Angst und Sorge um die persönliche Zukunft hinweg. In diesem Sinne tröstete Petrus die Glaubensgeschwister mit den Worten: "Und so besitzen wir das prophetische Wort um so fester, und ihr tut gut, darauf zu achten als auf eine Lampe, die an einem dunklen Ort leuchtet, bis der Tag anbricht und der Morgenstern in euren Herzen aufgeht" (2.Petr 1,19).

Wenn wir die aufgezeigten prophetischen und historischen Zusammenhänge erkennen oder zu deuten wissen, kann uns dies zwar nicht von Sünde und Tod erretten und uns auch nicht die Erlösung bringen. Das Wissen um die Verheißungen Gottes und ihre Erfüllung fördert auch nicht unsere Versöhnung mit Gott, die Voraussetzung für unser persönliches Heil ist. Das alles erlangen wir nur durch unseren Glauben an den Opfertod Jesu Christi. Aber das Sehen und Erkennen der Verheißungen und ihre Erfüllung stärken unseren Glauben an Gottes Zusagen, unser Vertrauen zum biblischen Wort, unsere Hoffnung auf eine von Gott versprochene Zukunft.

Möge der Herr Jesus Christus bald kommen, um auch die restlichen Vorhersagen Gottes zu verwirklichen: die Errichtung eines Reiches des Friedens und der Gerechtigkeit mit Jerusalem - der Stadt des Friedens - als Hauptstadt. In diesem Reich Gottes auf einer erneuerten Erde werden dann die Erlösen des HERRN unbeschwert für ewig in völliger Harmonie mit Gott und Gottes Schöpfung leben! Diese Zukunftsvision wird sich genau so erfüllen wie alle anderen göttlichen Prophetien. Darauf können wir uns verlassen.
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Marty Lutherman



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BeitragVerfasst am: Mo Jan 16, 2017 6:59 pm Antworten mit Zitat

Heute kämpfen die christlichen Kirchen in Europa um ihre Existenz. Ein Umstand, den sich vor 30 Jahren kaum jemand hätte vorstellen können.

Es gibt viele Gründe für diese Existenzkrise. Im Vordergrund stehen die geistige Emanzipation der Menschen und die neuen Erkenntnisse auf allen Ebenen. Viele Phänomene, die früher nicht erklärbar waren, interpretierten die Religionen mit übersinnlichen oder metaphysischen Argumenten.

Heute jedoch wirken diese Erklärungen der Kirchen nicht mehr plausibel. Oder sie lassen sich mit wissenschaftlichen Erkenntnissen widerlegen. Deshalb haben alle Religionen ein Glaubwürdigkeitsproblem. Heute sind wir ziemlich unabhängig von Gott oder den Göttern. Wir wissen, dass wir sterblich bleiben. Um das Leben zu verlängern und den Tod hinauszuzögern, verlassen wir uns nicht mehr auf Gott, sondern auf die Götter in Weiss.
Ein weiterer Aspekt für die Krise der meisten Glaubensgemeinschaften liegt im Kern ihrer Heilslehren. Was diese uns vermitteln, ist in der heutigen Zeit weder glaubwürdig noch nachvollziehbar.
Nehmen wir Jesus als Beispiel und hinterfragen seine biblische Biographie. Nüchtern betrachtet sieht dann seine Geschichte so aus:

Der Wanderprediger wurde von seinen Jüngern als Sohn Gottes verehrt. Als er ans Kreuz geschlagen wurde, kamen sie in Erklärungsnot. Es kann doch nicht sein, dass der Sohn Gottes von den verhassten Römern zum Tod verurteilt wird.

Also suchten sie nach einer religiösen Erklärung. Diese lautete: Aus Liebe zu uns Menschen opferte Gott seinen Sohn. So wurde der jämmerliche Tod von Jesus zur Heldentat uminterpretiert.

Diese Vorstellung wirft Fragen auf: Wieso soll Gott seinen Sohn opfern? Lässt ein Vater sein Kind derart quälen? Gibt es keinen humaneren Weg, die Liebe zu demonstrieren?

Und: Weshalb soll Gott uns Menschen seine Liebe beweisen? Wenn er dies auf sinnvolle Weise tun wollte, könnte er Gerechtigkeit auf die Erde bringen. Oder dafür sorgen, dass das Leiden besser verteilt wird. Und beispielsweise nicht Kleinkinder an Krebs sterben.

Doch zurück zu Jesus. Da dieser als göttliches Wesen nicht sang- und klanglos sterben konnte, liessen ihn seine Jünger und Autoren der Bibel wieder von den Toten auferstehen.

Doch damit schufen sie ein neues Problem: Was macht man mit einem auferstandenen Sohn Gottes, der hingerichtet wurde, weil er sich als göttliches Wesen ausgegeben hatte? Er und seine Jünger wären wohl weiterhin in Teufels Küche gekommen. Also musste Jesus rasch verschwinden. Und zwar dorthin, wo er angeblich hergekommen war: in den Himmel.
Sicher ist aber, dass die Geschichte von Jesus der Stoff ist, aus dem Märchen sind. Märchen, die Kinder so sehr lieben, weil sie ein Türchen ins Paradies öffnen. Sie erlauben eine geistige Flucht aus der garstigen Welt, in der Schmerzen und Leid zum Alltag gehören.

Der Glaube an Wunder ist ein Ventil, um die Unwegsamkeiten des Lebens besser zu verkraften. Vielleicht müsste man die Geschichte von Jesus unter diesem Aspekt betrachten.

Die Flucht in den Glauben der Wunder gibt uns Menschen neue Hoffnung. Ähnlich war es bei den Urchristen, die von den Römern verfolgt und gequält worden waren und darauf warteten, dass Jesus oder Gott sie mit einem Wunder erlösen würde. Schliesslich glaubten sie, mit dem Wirken von Jesus habe die Endzeit begonnen, in der sie vom Jammertal befreit und ins Paradies geführt würden. Ein kapitaler Irrtum, wie wir 2000 Jahre später wissen.

Übrigens: Ein solcher Wunderglaube kennt auch der Islam, der Märtyrern 72 Jungfrauen im Paradies verspricht.
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Marty Lutherman



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BeitragVerfasst am: Fr Jun 09, 2017 8:07 pm Antworten mit Zitat

RELIGION ? Wozu ?

Natürlich gibt es gewisse Regeln, an die man sich halten muss, aber die machen Sinn und sind für ein gutes Zusammenleben unerlässlich. Sie sind nachvollziehbar und entwürdigen den Menschen nicht.

Religiöse Menschen unterwerfen sich FREIWILLIG einen unsichtbaren Diktator, der an Eitelkeit, Despotismus und Sadismus alles übertrifft, was sich menschliche Diktatoren jemals geleistet haben. Aber sie gestehen ihm das alles zu: er hat sie "geschaffen", also "darf" er das. Er darf sie demütigen, quälen, ihnen die unsinnigsten Regeln auferlegen, absoluten Gehorsam fordern, kurz: ihnen jeden Stolz und jede Würde nehmen. Alles, was das Menschsein ausmacht.
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Verfasst am: Fr Jun 09, 2017 8:07 pm



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