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Selbstgerechtigkeit und Stolz = Ablehnung von Gott
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Golf_Variant



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Anmeldedatum: 03.07.2006
Beiträge: 4211
Wohnort: Niedersachsen.
BeitragVerfasst am: Mi Dez 28, 2011 8:20 am Antworten mit Zitat

Selbstgerechtigkeit und Stolz = Ablehnung von Gott

1.) Das Wesen und die Auswirkungen der Selbstgerechtigkeit

a) das falsche Selbstverständnis

Die Selbstgerechtigkeit ist zuerst eine Gedankensünde und deshalb als solche nicht einfach zu erkennen.
Sie gleicht einem Baum, der zwar äusserlich gesund aussehen mag und scheinbar gute Früchte bringt, der aber innerlich nicht gesund ist.

Er sprach aber auch zu einigen, die auf sich selbst vertrauten, daß sie gerecht seien, und die übrigen verachteten, dieses Gleichnis: Zwei Menschen gingen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer und der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst so:
Gott, ich danke dir, daß ich nicht bin wie die übrigen der Menschen: Räuber, Ungerechte, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche, ich verzehnte alles, was ich erwerbe.
Der Zöllner aber stand weitab und wollte sogar die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir, dem Sünder, gnädig!
Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus im Gegensatz zu jenem; denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden; wer aber sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden. Lk 18,9-14

Nicht immer, aber sehr oft führt die Überbewertung der eigenen Gerechtigkeit zur gnadenlosen Verachtung anderer.
Aber immer liegt der Selbstgerechtigkeit ein falsches Gottesverständnis zugrunde.
Der Selbstgerechte meint, Gott in Gedanken, Worten und Taten davon überzeugen zu müssen und auch zu können, dass er gut genug sei, um vor Ihm bestehen zu können.
Wo Selbstgerechtigkeit in Aktion ist, da ist deshalb auch immer Religion und Tradition in Aktion.
Religion und Tradition ist der ideale Nährboden und gleichzeitig die logische Frucht der Selbstgerechtigkeit.

b) das falsche Gottesverständnis

Durch sein fehlgeleitetes Verständnis von Gott und seinen Masstäben hat ein Selbstgerechter keine "Antenne" für die Qualitäten Gottes.
Deshalb kann und will er im Grunde nicht verstehen, dass Gott den Menschen liebevoll mit seiner Gnade und Wahrheit personifiziert in Jesus Christus entgegenkommt:

Sein älterer Sohn aber war auf dem Feld; und als er kam und sich dem Haus näherte, hörte er Musik und Reigen. Und er rief einen der Diener herbei und erkundigte sich, was das sei. Der aber sprach zu ihm: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das gemästete Kalb geschlachtet, weil er ihn gesund wiedererhalten hat. Er aber wurde zornig und wollte nicht hineingehen.
Sein Vater aber ging hinaus und redete ihm zu. Er aber antwortete und sprach zu dem Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir, und niemals habe ich ein Gebot von dir übertreten; und mir hast du niemals ein Böckchen gegeben, daß ich mit meinen Freunden fröhlich gewesen wäre; da aber dieser dein Sohn gekommen ist, der deine Habe mit Huren durchgebracht hat, hast du ihm das gemästete Kalb geschlachtet.
Er aber sprach zu ihm: Kind, du bist allezeit bei mir, und alles, was mein ist, ist dein. Lk 15,25-31

Das Musterbeispiel dafür ist der Ältere der "verlorenen Söhne".
Mit der Gnade und Liebe des Vaters kommt dieser Sohn da nicht zurande, wo die Grenzen seiner selbstgezimmerten Gerechtigkeit erreicht und überschritten werden.
Da wird aus Unverständnis dann Unwillen, als dieser "Hiob des neuen Testamentes" sich benachteiligt fühlt, weil der Vater in seiner praktischen Barmherzigkeit sich liebevoller verhält, als der Sohn es den Umständen entsprechend wahrhaben will.
Dieser Unwillen verhindert ein auch nur einigermassen objektives Beurteilungsvermögen gründlich.

Selbstgerechtigkeit schränkt die Gnade Gottes auf ein für den "Gerechten" akzeptables Mass ein.
Ein Selbstgerechter schätzt Gott charakterlich ähnlich wie sich selbst ein, nur mit grösseren Möglichkeiten aufgrund grösserer Fähigkeiten.
Der Umgang mit Gott wird nicht von Glaube, Liebe oder Hoffnung geprägt, sondern durch ein Geben und Nehmen auf der Grundlage von Religion und Tradition.
Gott ist quasi der ”Handelspartner meiner Seele”, den ich durch meine selbstgezogene Grenzen auf Sicherheitsabstand halten will, damit er in mein Lebenskonzept und Gerechtigkeitsverständnis Ihm und anderen Menschen gegenüber nicht über Gebühr hineinredet.

c) Die praktischen Auswirkungen der Selbstgerechtigkeit – Furcht und Leistungsorientierung

Genau hinter diesen selbstgezogenen Grenzen beginnt die Angst, mit diesem selbsterwählten Gerechtigkeitsanspruch und dieser selbsterwählten Gnadenarmut sich selbst und Anderen doch nicht genügen zu können. Diese Angst wird durch Leistung kompensiert, so gut es geht.
Deshalb ist ein Selbstgerechter zwar in religiöser Hinsicht überaus aktiv, aber in seinem Herzen unerlöst und unsicher.
Die Taten können moralisch herausragend sein, aber sein Herz ist voller Befürchtungen:

Denn ich fürchtete einen Schrecken, und er traf mich, und wovor mir bangte, das kam über mich. Ich hatte <noch> keine Ruhe und hatte <noch> keinen Frieden, und ich konnte <noch> nicht ausruhen - da kam ein Toben. Hiob 3,25-26

Alle Selbstgerechten haben einen, wie sie meinen, hohen moralischen Standart, den sie durch eigenes Dazutun untermauern.
Angetrieben durch ihre Herzensbefürchtungen entwickeln solche Leute deshalb ihre eigenen Gesetze, innerhalb derer sie sich durch deren gewissenhafte Befolgung ihre vermeintliche Üerlegenheit sichern. Dabei werden an und für sich gute Dinge so auf die Spitze getrieben, das diese durch den praktizierten Extremismus schon wieder schädlich für sie selbst und vor allem für andere sind.
Ich denke an die Gesetzeshandhabung der Pharisäer, aber auch an die Arbeitswut des älteren Sohnes oder an den Opferkult Hiobs.

Nun pflegten seine Söhne hinzugehen und Gastmahl zu halten - der Reihe nach im Haus eines jeden. <Dazu> sandten sie hin und luden ihre drei Schwestern ein, mit ihnen zu essen und zu trinken. Und es geschah, wenn die Tage des Gastmahls reihumgegangen waren, da sandte Hiob hin und heiligte sie: Früh am Morgen stand er auf und opferte Brandopfer nach ihrer aller Zahl. Denn Hiob sagte <sich>: Vielleicht haben meine Söhne gesündigt und in ihrem Herzen Gott geflucht. So machte es Hiob all die Tage <nach>. Hiob 1,4-5

d) Das Urteil Gottes über Selbstgerechtigkeit: mangelnde Gotteserkenntnis

Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: Menschensohn, wenn ein Land gegen mich sündigt, indem es Untreue begeht, und ich meine Hand gegen es ausstrecke und ihm den Stab des Brotes zerbreche und Hunger hinein sende und aus ihm Menschen und Vieh ausrotte - und diese drei Männer wären in seiner Mitte: Noah, Daniel und Hiob -, es würde um ihrer Gerechtigkeit willen <nur> ihre eigene Seele gerettet werden, spricht der Herr, HERR. Hes 14,12-14

Im Buch Hiob, dem umfangreichsten und genauesten Zeugnis über Selbstgerechtigkeit und seine Folgen, muss man zwischen Hiobs Taten und seinen Gedanken unterscheiden und dabei in manchen Fällen sehr genau in den Text hineinsehen.
Hiobs Taten waren moralisch so gut wie nicht zu übertreffen, seine selbstgerechte Gedankenwelt kannte Gott aber nur vom Hörensagen:

Vom Hörensagen hatte ich von dir gehört, jetzt aber hat mein Auge dich gesehen. Darum verwerfe ich <mein> und bereue in Staub und Asche. Hiob 42,5-6
Willst du wirklich mein Recht zunichte machen, mich schuldig sprechen, damit du als gerecht dastehst? Hiob 40,8

Das ist der Schlüsselvers zum Buch Hiob, und vielleicht das eindeutigste Urteil der Bibel über die Selbstgerechtigkeit.
Die Selbstgerechtigkeit stellt sich über die dementsprechenden Masstäbe Gottes und verwirft sie dadurch für sich.
Gleichzeitig wird Gott deswegen schuldig gesprochen, weil seine Gerechtigkeit scheinbar nicht genügt.

2.) Das Wesen und die Auswirkungen des Stolzes

a) Die Selbstgerechtigkeit stellt sich gegen Gottes Masstäbe

Stolz ist die Ursünde und deshalb zugleich Wurzel aller anderen Zielverfehlungen; also auch der Selbstgerechtigkeit.
Die Selbstgerechtigkeit entspringt zwar aus dem Stolz, gründet sich jedoch hauptsächlich auf mangelnde Gotteserkenntnis.
In Römer 10,1-4 wird dieser Erkenntnismangel präzisiert:

Brüder! Das Wohlgefallen meines Herzens und mein Flehen für sie zu Gott ist, daß sie errettet werden. Denn ich gebe ihnen Zeugnis, daß sie Eifer für Gott haben, aber nicht mit <rechter> Erkenntnis.
Denn da sie Gottes Gerechtigkeit nicht erkannten und ihre eigene aufzurichten trachteten, haben sie sich der Gerechtigkeit Gottes nicht unterworfen.
Denn Christus ist des Gesetzes Ende, jedem Glaubenden zur Gerechtigkeit. Röm 10,1-4

Ein Selbstgerechter kennt im Grunde nicht die Masstäbe der Gerechtigkeit Gottes. Deshalb kann er sich dieser Gerechtigkeit normalerweise nicht im Glauben unterordnen.
(Hiob konnte dies noch, war aber durch seine Herzensverfassung in Gefahr, dies irgendwann nicht mehr zu können!)
Resultat: (10,1) Nicht gerettet! Er mag zwar Jesus "kennen", lehnt aber unbewusst sein Erlösungswerk für sich selbst ab!

b) Der Stolz bezieht bewusst Stellung gegen Gott als Person

Im Unterschied zur Selbstgerechtigkeit lehnt der Stolz nicht nur die Erlösung Jesu ab, sondern auch den Anspruch Gottes, einziger Herr, Retter und Heiland zu sein.
Der Stolz geht gegen Gott, wie er ist; die Selbstgerechtigkeit geht gegen das, was Gott getan hat.

Wie bist du vom Himmel gefallen, du Glanzstern, Sohn der Morgenröte! <Wie> zu Boden geschmettert, Überwältiger der Nationen! Und du, du sagtest in deinem Herzen: »Zum Himmel will ich hinaufsteigen, hoch über den Sternen Gottes meinen Thron aufrichten und mich niedersetzen auf den Versammlungsberg im äußersten Norden.
Ich will hinaufsteigen auf Wolkenhöhen, dem Höchsten mich gleichmachen.« - Jes 14,12-14

Insofern nimmt der Stolze mit seiner Persönlichkeit ein Stück weit den Platz Gottes ein.
Der Selbstgerechte kopiert ein Stück weit die Taten Gottes.

So wurden die Pharisäer zu Gesetzesübererfüllern und damit zu Heuchlern, Hiob zum furchterfüllten moralischen Genie und der ältere Sohn zum "Workoholic".
Alle taten das, was sie ihrer Meinung nach von Gott erwarteten, das sie tun müssten, um ihm zu gefallen. Welch ein Missverständnis!

Der hauptsächliche Unterschied zwischen Selbstgerechtigkeit und Stolz besteht demzufolge darin, dass der Selbstgerechte bewusst oder unbewusst das Erlösungswerk, der Stolze zusätzlich die Person Jesu Christi als Herrn geringschätzt.

Ein Stolzer noch mehr wie ein Selbstgerechter duldet auf Dauer niemanden über sich, weder Gott, noch irgendeinen Menschen.
Deshalb sind solche Menschen normalerweise empfindlich gegenüber Zeichen und Wunder, weil ihre Gedankenwelt damit Grenzen beiseitesetzen muss, die nicht gerne beiseitegesetzt werden wollen.
Peter Wiem
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Jesus sagt. Ich bin der WEG, die WAHRHEIT und das LEBEN, niemand kommt zum Vater (Gott) denn durch mich.
Johannes 14,6.
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Verfasst am: Mi Dez 28, 2011 8:20 am



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