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Symptom der Kirchenkrise
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Golf_Variant



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Anmeldedatum: 03.07.2006
Beiträge: 4211
Wohnort: Niedersachsen.
BeitragVerfasst am: Di Dez 04, 2012 8:01 am Antworten mit Zitat

Der hessische Pfarrer Hendrick Jolie hat nach wochenlangem Zaudern zugegeben, für das religiöse Hetzportal kreuz.net geschrieben zu haben. Die Seite gewährt verstörende Einblick in die Krise der katholischen Kirche. Eine Spurensuche.

Berlin –
Umkehr und Buße geziemen sich für den Christen; sie anzunehmen, für den Seelsorger. Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann hat demnach als guter Hirte gehandelt: Er akzeptierte die Bitte des hessischen Pfarrers Hendrick Jolie, ihm zu vergeben. Nach vielen Ausflüchen und wochenlangem Zaudern hatte der Geistliche zugeben müssen, Texte für das von anonymen Sektierern und Psychopathen betriebene Hetz-Portal kreuz.net verfasst zu haben.

Der Verfassungsschutz stuft die Website als verfassungswidrig ein. Sie geriet zuletzt in den Blick der Justiz, weil sie verunglimpfende, hämische Beiträge über den verstorbenen Schauspieler Dirk Bach publizierte.

Pfarrer Jolie will eingesehen haben, dass solche Gedanken und Methoden „eines Priesters unwürdig“ sind, so das Bistum, und dass er durch seine Mitwirkung an kreuz.net unklug und unüberlegt gehandelt habe. Nun ist das mit der Reue so eine Sache: Sie ist nur etwas wert, wenn sie glaubwürdig ist. Daran sind in Jolies Fall Zweifel angebracht. Schließlich hat er scheibchenweise immer das zugegeben, was nicht mehr zu bestreiten war.

Den jetzt erklärten „Widerspruch zu christlichem Geist“ und kirchlicher Lehre hätte er im Übrigen längst erkannt haben müssen. Wenn schon nicht an den widerwärtigen Tiraden der Betreiber selbst, so zumindest an der wiederholten, fast schon verzweifelten Distanzierung der Kirchenleitung. Der Kölner Kardinal Joachim Meisner bestritt kreuz.net schon vor anderthalb Jahren das Label „katholisch“.

„Gottes eigenes Portal“

Die Bischofskonferenz nannte es ihr erklärtes Ziel, „diesem Portal ein rasches Ende zu bereiten“. Aber solche Attacken haben die kreuz.net-Aktivisten noch nie angefochten. Im Gegenteil: Sie höhnten, Satan habe gegen „Gottes eigenes Portal keine Chance“. So schnell werden die „hochwürdigsten Herren Bischöfe“ zu Handlangern des Teufels.

In der Selbstdarstellung firmiert kreuz.net als „europaweit größtes katholisches Portal“. [Bei oberflächlicher Betrachtung liegt damit eine Verbindung zur Kirche nahe – als eine vielleicht krasse, aber halt doch ins Gesamtspektrum gehörige Spielart des Katholischen.] Das ärgert die Bischöfe. Ihr Medien-Beauftragter Gebhard Fürst nennt es inakzeptabel, dass ein unbefangener User den Eindruck gewinnt, kreuz.net sei die Stimme katholischer Christen. „Wir dürfen solchen Portalen mit ihren inakzeptablen Inhalten und ihrer abstoßenden Sprache das Feld nicht überlassen“.

Der Theologe David Berger, der die Kampagne „Stoppt kreuz.net“ koordiniert, hält solche Aussagen allerdings für Lippenbekenntnisse. Die Bischöfe hätten zwar viel gezetert, aber kaum gehandelt, um der Hintermänner von kreuz.net habhaft zu werden. Dies müsse umso mehr erstaunen, als es sich dabei – nach eigener Aussage – um Mitarbeiter im kirchlichen Dienst handelt. Die Bischofskonferenz erklärte noch im Oktober, dafür gebe es keine Anhaltspunkte. Das freilich war schon vor Jolies Enttarnung eine kühne These.



Schwule in der Kirche

Zur Person



In Deutschland liegt der Anteil Homosexueller an der Gesamtbevölkerung bei rund zehn Prozent. In der katholischen Kirche liegt der Anteil schwuler Geistlicher nach empirischen Forschungen zwischen 25 und 40 Prozent. Theologen wie Wunibald Müller geben an, Ausbilder in katholischen Priesterausbildungsstätten gingen sogar von 50 Prozent aus.

In den USA wird der Anteil schwuler Priester auch auf 25 bis 50 Prozent geschätzt. Laut einer 2002 veröffentlichten US-Studie gaben sieben Prozent der befragten Geistlichen an, sie hätten ihr Amt niedergelegt, weil sie sich als Homosexuelle von ihrer Kirche unverstanden fühlten.

Der Katechismus von 1992 fordert "Achtung, Mitgefühl und Takt" für Schwule. Homosexuelle Handlungen aber verstießen gegen das "natürliche Gesetz, denn die Weitergabe von Leben bleibt beim Geschlechtsakt ausgeschlossen. Sie entspringen nicht einer wahren affektiven und geschlechtlichen Ergänzungsbedürftigkeit und sind in keinem Falle zu billigen".

In der Kongregation für die Glaubenslehre 1986 heißt es: "Die spezifische Neigung der homosexuellen Person ist zwar in sich nicht sündhaft, begründet aber eine mehr oder weniger starke Tendenz, die auf ein sittlich betrachtet schlechtes Verhalten ausgerichtet ist. Aus diesem Grunde muss die Neigung selbst als objektiv ungeordnet angesehen werden. (ber)









Spätestens seit der Vertrag des Kriminologen Christian Pfeiffer mit der Bischofskonferenz zur wissenschaftlichen Aufarbeitung des Missbrauchsskandals Wort für Wort und mit Angabe der Honorarsumme auf kreuz.net nachzulesen war, musste der Kirchenleitung die Existenz von Maulwürfen und Sympathisanten aus den eigenen Zirkeln klar sein.

Im feigen Schutzmantel der Anonymität

Formal zogen sich die Bischöfe darauf zurück, dass der kreuz.net-Server in Übersee stehe. Damit seien Betreiber und Autoren der kriminellen, menschenverachtenden Artikel weder zu ermitteln noch zu belangen. Die Initiative „Stoppt kreuz.net“ hat aber binnen weniger Wochen eine solche Fülle von juristisch verwertbaren Hinweisen auf kreuz.net-Aktivisten in Österreich und Deutschland gesammelt, dass der „feige Schutzmantel der Anonymität“ (Bischofskonferenz) immer löchriger wird. Hätten das die Bischöfe – wie vom Grünen-Bundestagsabgeordneten Volker Beck gefordert – mit eigenen Mitteln nicht auch selbst erreichen können?

Man muss nicht so weit gehen wie der „Spiegel“, der im Verhalten der Kirchenleitung die gleiche Strategie des Wegschauens und Vertuschens wittert wie im Missbrauchsskandal. Doch ganz sicher wird daran die gegenwärtige Misere der katholischen Kirche erkennbar: Sie leidet an zunehmender Polarisierung und Radikalisierung interner Richtungsstreitigkeiten.

Der Fall des Pfarrers Jolie, der ein Portal wie kreuz.net als legitimen Austragungsort des Konflikts betrachtete, ist weniger die peinliche Entgleisung eines Einzelnen als ein Symptom der Krise. Mit gewissen Abstrichen an der Gehässigkeit von Gedanken und Formulierungen findet sich eine erhebliche Zahl „konservativer“ Katholiken in Jolies Kampf gegen Sittenverfall, Liberalisierung und „Protestantisierung“ ihrer Kirche wieder. Das wissen auch die Bischöfe. Durch ihre Reihen laufen die gleichen Frontlinien und Risse. Ganz ohne Buße und Reue.

MEHR ZUM THEMA "Kreuz Net" unter

http://www.fr-online.de/politik/kreuz-net-symptom-der-kirchenkrise,1472596,21005870.html
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Marty Lutherman



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Anmeldedatum: 08.01.2017
Beiträge: 1327
Wohnort: Radevormwald
BeitragVerfasst am: Fr Jun 09, 2017 8:24 pm Antworten mit Zitat

RELIGION ? Wozu ?

Natürlich gibt es gewisse Regeln, an die man sich halten muss, aber die machen Sinn und sind für ein gutes Zusammenleben unerlässlich. Sie sind nachvollziehbar und entwürdigen den Menschen nicht.

Religiöse Menschen unterwerfen sich FREIWILLIG einen unsichtbaren Diktator, der an Eitelkeit, Despotismus und Sadismus alles übertrifft, was sich menschliche Diktatoren jemals geleistet haben. Aber sie gestehen ihm das alles zu: er hat sie "geschaffen", also "darf" er das. Er darf sie demütigen, quälen, ihnen die unsinnigsten Regeln auferlegen, absoluten Gehorsam fordern, kurz: ihnen jeden Stolz und jede Würde nehmen. Alles, was das Menschsein ausmacht.
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Verfasst am: Fr Jun 09, 2017 8:24 pm



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