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Erzbischof erntet breite Kritik: Scharia in Großbritannien?
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Golf_Variant



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Anmeldedatum: 03.07.2006
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BeitragVerfasst am: Sa Feb 09, 2008 6:45 pm Antworten mit Zitat

Das Oberhaupt der Anglikaner, der Erzbischof von Canterbury Rowan Williams, möchte islamisches Religionsgesetz begrenzt zulassen. Foto: WCC
L o n d o n (idea) – Das geistliche Oberhaupt der Anglikaner, der Erzbischof von Canterbury Rowan Williams (London), hat sich mit Äußerungen zum islamischen Religionsgesetz in die Nesseln gesetzt. In einem Vortrag vor Juristen und Interviews mit der Rundfunkanstalt BBC hatte er sich am 7. Februar dafür ausgesprochen, die Scharia in Teilen des Zivilrechts anzuerkennen.
Als ein Beispiel nannte er das Familienrecht, wo er sich Sonderregelungen für Scheidungen von Muslimen nach der Scharia vorstellen kann. Extreme strafrechtliche Anwendungen – also etwa Händeabhacken für Diebstahl, Steinigung für Ehebruch oder die Todesstrafe wegen des Religionswechsels von Muslimen – hält Williams jedoch für ausgeschlossen. Er tritt für eine „plurale Rechtssprechung“ ein, bei der Muslime in bestimmten Fällen zwischen weltlichen und islamischen Gerichten wählen könnten. Etwa 1,6 Millionen Muslime – rund 2,7 Prozent der annähernd 60 Millionen Einwohner – leben in Großbritannien. Vor allem handelt es sich um Einwanderer aus überwiegend islamischen Ländern des Commonwealths, etwa Pakistan oder Bangladesch, und ihre Nachfahren. In Großbritannien existieren bereits staatlich nicht anerkannte Scharia-Gerichte.

Politik: Gleichheit vor dem Gesetz muss bleiben
Williams ist, wie die Londoner Zeitung The Times berichtet, mit seinem Vorstoß auf scharfe Kritik in Politik, Kirche und bei islamischen Dachverbänden gestoßen. Ein Sprecher von Premierminister Gordon Brown (Labour) wies die Vorstellungen zurück. Das britische Rechtssystem sei und bleibe auf britischen Werten gegründet. Die Scharia dürfe nicht zur Rechtfertigung von Rechtsbrüchen dienen. Für die oppositionelle konservative Partei bezeichnete Baronin Warsi die Äußerungen des Erzbischofs als „nicht hilfreich“. Sie könnten die bereits existierende Verwirrung in Rechtsfragen nur noch verstärken. Der Anführer der Liberal-Demokraten, Nick Clegg, sagte, die Gleichheit vor dem Gesetz sei „der Leim, der unsere Gesellschaft zusammenhält“. Es dürfe keine unterschiedlichen Regeln für verschiedene Bürger geben.

Evangelikaler Bischof: Scharia ist nicht zu integrieren
Auf Unverständnis trifft Williams auch in der eigenen Kirche. Der aus Pakistan stammende Bischof von Rochester, Michael Nazir-Ali, sagte, das englische Recht und die Vorstellungen von Freiheit wurzelten in der jüdisch-christlichen Tradition. Er halte es für unmöglich, die Scharia in diese Vorstellungen zu integrieren, erklärte der Bischof, der dem evangelikalen Flügel der Kirche von England zugerechnet wird.

Muslime und Juden gegen Scharia-Gerichte
Scheich Ibrahim Mogra (Leicester) vom Muslimischen Rat Großbritanniens erklärte, die große Mehrheit der Muslime wolle kein paralleles Rechtsystem. Hingegen begrüßte der Direktor der Ramadan-Stiftung, Mohammed Shafiq, den Vorschlag von Williams als Beitrag zu Respekt und Toleranz zwischen Christentum und Islam. Rabbi Danny Rich, Repräsentant des liberalen Judentums, sagte, er sei erschüttert über die Äußerungen des Erzbischofs. Für die jüdische Gemeinschaft habe das britische Rechtssystem absoluten Vorrang, auch wenn man vereinzelt das Recht wahrnehme, zivilrechtliche Angelegenheiten mit rabbinischen Autoritäten zu klären. Williams beruft sich unter anderem auf solche Sonderreglungen. So dürfen katholische Adoptionsagenturen die Vermittlung von Kindern an gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften ablehnen

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Verfasst am: Sa Feb 09, 2008 6:45 pm



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