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Wenn der "Spiegel" herausfordert
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Golf_Variant



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Anmeldedatum: 03.07.2006
Beiträge: 4211
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BeitragVerfasst am: So März 30, 2008 6:46 pm Antworten mit Zitat

Die Osterausgabe des Nachrichtenmagazins bietet manche Überraschung - Ein Kommentar Armin Baum

München (www.kath.net / idea)
Wenn Deutschlands führendes Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" sich in seiner Titelgeschichte mit Jesus Christus beschäftigt, lässt das aufhorchen. Doch vom "Guru Jesus" - so das Titelbild - handelt der Beitrag nur am Rande. Das Hauptinteresse gilt Paulus, dem Anführer einer (laut "Spiegel") kleinen Gruppe "ethischer Untergrundkämpfer", die in den 40er Jahren des 1. Jahrhunderts "das Urchristentum ausheckten", das im 4. Jahrhundert zur römischen Staatsreligion wurde.

Dabei macht das ansonsten für Atheismus stehende Blatt interessante Anmerkungen. So hält der "Spiegel" die Evangelien zwar für Romane, aber sie werden für ihn durch archäologische Funde "in vielen wichtigen Details bestätigt".

Apostelgeschichte historisch korrekt

Die Apostelgeschichte des Lukas wird sogar mehr oder weniger kritiklos als historisch vertrauenswürdige Quelle herangezogen. Der Beitrag informiert über die 16.000 Kilometer langen Missionsreisen des Paulus, das soziale und kulturelle Umfeld, in dem er unter Einsatz seines Lebens missionierte, seine Briefe und sein Martyrium in der Christenverfolgung unter Kaiser Nero (64 bis 68 nach Christus).

"Heidnische Machowelt"

Besonders wichtig ist dem "Spiegel", dass der christliche Apostel Paulus in einer "heidnischen Machowelt" massiv für die Würde und Gleichberechtigung der Frau eintrat. Auch das von Paulus gepredigte Evangelium wird korrekt wiedergegeben: Nicht das Einhalten von Gesetzen versöhnt den Menschen mit Gott, sondern "allein der Glaube an Christus, der durch seinen Tod den Menschen von der Sünde erlöst" und "einen ,neuen Bund' mit dem Allmächtigen geschaffen" hat. "Wer euch ein anderes Evangelium verkündet, den trifft Gottes Fluch."

Die Daten stimmen

Mehr als eine korrekte Wiedergabe solcher Daten kann man von einem säkularen Nachrichtenmagazin nicht erwarten. Natürlich endet das Leben Jesu im "Spiegel" mit der Kreuzigung. Aber die Verbreitung und reflektierte Begründung der historischen Nachricht von der leibhaftigen Auferweckung des gekreuzigten Jesus aus dem Grab ist sicher nicht die Aufgabe des "Spiegel", sondern das Kerngeschäft der Christenheit und ihrer Theologen.

Davon abgesehen hat der "Spiegel" wichtiges historisches Material aufbereitet, das auch nicht jedem aktiven Christen geläufig sein dürfte. Zur antiken Kreuzigungsstrafe wird ein von einem Eisennagel durchbohrter Fußknöchel aus dem 1. Jahrhundert abgebildet. Zur Datierung der Wirksamkeit des Paulus in Korinth wird die Gallio-Inschrift herangezogen. Und als Quellen für heidnische Reaktionen auf das frühe Christentum werden antike Autoren wie Tacitus und Sueton zitiert.

Amüsante Fehler

Im Einzelnen sind dem "Spiegel" dabei zahlreiche (teilweise amüsante) Fehler unterlaufen: So wurde beim Apostelkonvent in Jerusalem (Apg 15) nicht "Sex mit den Heidenchristen", sondern außerehelicher Geschlechtsverkehr ("Unzucht") verboten. Das jüdische Ritualgesetz hat der Apostel nicht als "Kot" bezeichnet, sondern es als Teil des heiligen Gesetzes Gottes gewürdigt usw. usf. Bei derartigen Irrtümern, die sich leicht hätten vermeiden lassen, sollte man sich aber nicht unnötig aufhalten. Wichtiger ist eine andere Frage: Haben unsere geschichtlich gebildeten und an Religion und Christentum interessierten Zeitgenossen eigentlich genug christliche Gesprächspartner, die das Evangelium auf Augenhöhe entfalten und historisch einordnen können? Insofern könnte der diesjährige Oster-"Spiegel" geradezu dazu herausfordern, wieder einmal eine solide Paulus-Biografie oder eine gut geschriebene Geschichte des frühen Christentums zu lesen.

Der Autor, Dr. Armin D. Baum, ist Dozent für Neues Testament an der Freien Theologischen Akademie Gießen.

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Verfasst am: So März 30, 2008 6:46 pm



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