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Armenischer Erzbischof gegen EU-Beitritt der Türkei
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Golf_Variant



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Anmeldedatum: 03.07.2006
Beiträge: 4211
Wohnort: Niedersachsen.
BeitragVerfasst am: Fr Apr 25, 2008 7:38 am Antworten mit Zitat

Zum Gedenktag für die Opfer des Völkermords an den Armeniern von 1915

Türkei (kath.net/KIN)
Der Erzbischof der Armenisch-apostolischen Kirche in Österreich, Mesrob Krikorian,
hat einen EU-Beitritt der Türkei als "ungeeignet und gefährlich" bezeichnet.
"Demographisch, kulturell und religiös" habe die Türkei "mit Europa nichts zu tun",
sagte Krikorian beim Kongress "Treffpunkt Weltkirche" des weltweiten katholischen
Hilfswerks "Kirche in Not" in Augsburg. Die in türkischen Museen ausgestellten
Kulturobjekte seien "den Byzantinern und Armeniern geraubt" worden, ergänzte der
Erzbischof nach Angaben des Hilfswerks. Sie hätten mit der "zentralasiatischen
nomadischen Vergangenheit" der Türkei keine Beziehung. Durch Einwanderung von
einigen Millionen Türken infolge eines EU-Beitritts und deren hohe Geburtenraten
kämen vor allem kleinere Länder wie Österreich, Belgien oder die Niederlande in
Gefahr.

Wie "Kirche in Not" weiter mitteilt, kritisierte Krikorian die türkische Religionspolitik
als "einseitig muslimisch". Sie ignoriere die christlichen Kirchen und die jüdischen
Gemeinschaften und verweigere ihnen einen eigenen Rechtsstatus. Besonders die
christlichen Kirchengemeinschaften würden zwar nach außen toleriert, in
Wirklichkeit aber "durch verschleierte Methoden unterdrückt und geschwächt". So
seien die griechischen und armenischen Priesterseminare seit Anfang der Siebzigerjahre
geschlossen. Die letzten wenigen Klöster, Kirchen und historischen Friedhöfe würden
zerstört und ausgeraubt. Für Umbauten, Renovierungen und die Nutzung alter
Kirchen und Nebengebäude seien jeweils Genehmigungen nötig, deren Erteilung sich
oft so lange verzögere, bis die Bauten total verfallen seien. Von einem Völkermord
an den Armeniern zu sprechen, sei strafbar.

Am 24. April 1915 ließ die türkische Regierung einen Großteil der armenischen
Oberschicht in Konstantinopel, dem heutigen Istanbul, nach Syrien deportieren. Fast
alle etwa sechshundert Geistlichen, Schriftsteller, Ärzte, Journalisten, Rechtsanwälte
und andere Intellektuelle überlebten die Deportation nicht. Die anschließenden
Anordnungen der Regierung führten "zur fast vollständigen Vernichtung der Armenier
in Anatolien", wie der Deutsche Bundestag in einer von allen Fraktionen getragenen
Entschließung feststellte. Die Resolution spricht von mehr als einer Million Opfern
und stellt fest, dass "zahlreiche unabhängige Historiker, Parlamente und internationale
Organisationen" die Vertreibung und Vernichtung der Armenier als "Völkermord"
bezeichnen würden.

Die Armenisch-apostolische Kirche ist die älteste und in ihrer Geschichte am meisten
verfolgte christliche Nationalkirche. Schon Mitte des ersten Jahrhunderts sollen die
Apostel Thaddäus und Bartholomäus das Christentum nach Armenien gebracht und
dort den Märtyrertod erlitten haben. Anfang des 4. Jahrhunderts, zwanzig Jahre vor
Kaiser Konstantin, machte König Tridates III. das Christentum in Armenien zur
Staatsreligion. Zur Armenisch-apostolischen Kirche gehören heute etwa sechs Millionen
Gläubige, davon fünf Millionen in Armenien und siebzigtausend in der Türkei. Der Streit
um die wahre Natur Christi, der die armenisch-apostolischen Christen zur Ablehnung
des Konzils von Chalcedon brachte und von der katholischen Kirche trennte, gilt durch
die im Jahr 2001 herausgegebene gemeinsame Erklärung von Papst Johannes Paul II.
und dem Oberhaupt der Armenier, Katholikos Karekin II., als überwunden.

http://www.kath.net
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Verfasst am: Fr Apr 25, 2008 7:38 am



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